Von der Jümme ins Archiv

Von der Jümme ins Archiv

Die Aufregung um die Paddelserie am Neckar ist uns noch gut in Erinnerung und man sollte meinen, dass die Community ein paar Lehren daraus gezogen hätte. Dem scheint aber nicht so zu sein, denn Anfang diesen Monats kam ein neuer, noch größerer Paddeltrail im ansonsten recht beschaulichen Landkreis Leer hinaus. 

Es geht hier um eine Serie von gut 100 Letterbox-Hybriden namens Paddeln bis zur Jümme, die Anfang Februar herauskam, wobei das Ownerteam versichert, über alle Genehmigungen zu verfügen:

(…)wir haben vorab Genehmigungen bei den Zuständigen Wasser- und Naturschutzbehörden eingeholt (Quelle)

Nun handelt es sich beim Ownerteam um einen recht frischen Account vom Dezember 2018. Der Verdacht, dass es sich um eine Sockenpuppe handeln könnte, liegt nahe. Zum Einen wurden alle bisher getätigten Fundlogs, die seltsamerweise alle bei Dosen desselben Ownerteams aufliefen, von diesem mangels physischem Logeintrag gelöscht. Laut Trailowner wurden diese Dosen aber tatsächlich vor Ort geloggt, aber eben nicht unter dem Account Paddeltours, der extra für den Paddeltrail angelegt wurde. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Es handelt sich um ein Cacherteam, das sich für den Trail einen Zweitaccount zugelegt hat. Das wiederum macht überhaupt keinen Sinn, denn wozu sollte man sich für einen Trail, der alle Genehmigungen hat, extra einen Zweitaccount zulegen?
  2. Paddeltours waren bisher ohne Account cachen und haben im Dezember entschieden, als Erstlingswerk einen T5-Trail zu legen. Dann frage ich mich, wie sie bisher ohne Account an die Listings/Koordinaten der Caches gekommen sind?

Was jetzt davon richtig ist oder ob in Wahrheit ganz anders ist, weiss ich natürlich nicht. Und eigentlich ist es auch egal. Der interessante Teil kommt nämlich noch, denn jetzt wird es etwas verworren: Die Erstfinder des Trails, die zufällig auch die Owner aller von Paddeltours geloggten Dosen sind und die bereits verdächtigt werden, selbst hinter dem Trail zu stecken, haben Erlebnisse geschildert und Dinge recherchiert, die nicht so recht zu einem genehmigten Trail passen wollen, aber lest selber die Note.

Hier wird ausführlich geschildert, dass NABU, Brückenwärter, Ordnungsamt und andere nichts von dem Trail wussten und dass es auch schon Zerstörungen gab. Zudem scheinen einige Dosen auch schon Wasser gezogen haben. Hier finde ich dann aber auch das Verhalten des FTF-Teams bemerkenswert: Sie spendieren Ersatzlogbücher an einem Trail, den sie stark kritisieren und dessen Archivierung sie auch vorantreiben, zB durch Nachfragen bei den zuständigen Behörden. Aber sie sind dann aber auch nicht so konsequent, die Tour abzubrechen, obwohl mehrere Dosen wohl äußerst fragwürdig platziert wurden :???:

Auch interessant: Dass ein Trail Schäden an der Umgebung verursacht, ist bekannt. Dass bei diesem Trail die Zerstörungen schon vorm Publish stattfanden, wie die Owner zurecht anmerken, ist schon nunja, ungewöhnlich.

Ob nun alle Genehmigungen vorlagen oder nicht, wird sich bald zeigen, da bereits ein NA-Log abgesetzt wurde. Überhaupt bin ich auf die Reaktion des HQ gespannt, denn auch nach den Vorkommnissen am Neckar scheint man dort immer noch keine prinzipiellen Probleme bei Powertrails oder zumindest Paddelpowertrails zu sehen, dort gilt wohl immer noch “im Zweifel für den Publish. Wobei zumindest hier oben für solche Trails Genehmigungen vorm Publish eingeholt und nachgewiesen werden müssen. Das liegt wohl im Ermessen des lokalen Reviewers und ist durchaus sinnvoll. Die Gefahr, dass bei einer entsprechenden Ausweitung dieser Regelung die Publishzahlen (noch weiter) einbrechen, sehe ich im Übrigen nicht: Ein unveröffentlichter Problemtrail ist besser fürs Hobby als ein zwangsarchivierter Problemtrail.

In diesem Sinne: Bis bald an der Einzeldose und happy hunting!

 

Ein Gedanke zu „Von der Jümme ins Archiv

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.