K(l)eine Hexerei: Multis auslegen

K(l)eine Hexerei: Multis auslegen

In meinem letzten Beitrag über Nachtcaches mutmaßte ich unter anderem, dass NCs unter
anderem ein Platzproblem hätten, da sie als Multis mehr Raum als Tradis einnehmen und in vielen Gebieten auch einfach schon zuviel liegt, aber ist das wirklich so? Da der Frühling unaufhaltsam naht, lohnt es sich, dieses einmal genauer zu betrachten:

Ein paar Zahlen

Ein Blick auf meine aktuelle Homezone ergibt in 10 km Umkreis 290 aktive Caches, was einer Cachedichte von 0,92/km² entspricht. Es sind 23 Multis dabei, also 7%, etwas weniger als der schleswig-holsteinische Durchschnitt von 9%. Das ist auf den ersten Blick überraschend, wo hier doch soviel Platz ist :???:

Die Realität

Aber nur auf den ersten Blick: Moor- und Ackerflächen sowie Seen und NSGs sind natürlich für uns nicht nutzbar, da gilt das Wegegebot praktisch von alleine, so dass wir uns schon auf Feld-, Wald- und Wanderwege konzentrieren müssen, wenn wir die Sucher nicht auf den Radweg neben der Bundesstraße schicken wollen, das kann auch spannend sein, ist aber keinesfalls entspannend. Ein richtig guter Multi bildet mehr oder weniger einen Rundweg, der nicht allzu muggelig ist und  auch ein wenig Strecke mitbringt, damit der Spass nicht schon nach zehn, zwanzig Minuten vorbei ist -Statistikcacher mögen das natürlich anders sehen, wobei das oft geäußerte “Hab’ keine Zeit für’n Multi” etwas merkwürdig bei einer Freizeitbeschäftigung anmutet. Und noch merkwürdiger wird, wenn für einen Trail mit 15 Dosen dann plötzlich doch Zeit da ist ;-)

Wegführung

Zumindest hier in der Gegend sind die praktikablen Rundwege mit ausreichender Länge, an denen noch nichts liegt, recht dünn gesät. Klar kann man immer noch auf QTAs zurückgreifen, aber die müssen auch erst einmal da sein, in Form von Schildern, Wegweisern, Infotafeln oder zählbaren Dingen. Wobei hier der Vorteil ist, dass die Gegend auch etwas muggeliger sein darf, weil man nicht betont unauffällig irgendwelche Hinweise suchen muss.

Sollen es aber physische Stationen sein, müssen diese auch erst einmal gefunden werden und möglichst eindeutig auffindbar sein und eine gewisse Abwechslung ist auch ganz schön – 5x Onhzfghzcs auf dem Weg zur Onhzjhemry ist nicht so spannend und in 10 Meter Umkreis kann es sehr viele Baumstümpfe geben – aber für mich immer noch besser als Umlaute bei der Waldbrandschutzverordnung zählen. Bei einem Nachtcache wiederum lässt sich der richtige Baumstumpf leicht durch Reflektoren bewerkstelligen und die Muggeldichte sinkt in der Regel mit Einbruch der Dunkelheit – Ihr merkt schon, man kann auch aus Geocaching eine Wissenschaft machen ;-)

Wenn kein Rundweg machbar ist, bleibt natürlich nur eine lineare Wegführung, die mittlerweile fast schon Standard bei neuen Multis ist, das solltet Ihr dann aber trotzdem im Listing uch entsprechend vermerken, ob die angegeben Wegstrecke nur die bis zum Final oder die Gesamtstrecke vom Parkplatz zum Finale und zurück darstellt, den Parkplatz solltet Ihr auf jeden Fall angeben, damit die Sucher eine Chance haben, aus der richtigen Richtung zu kommen. Und ein Bonuscache kann den Rückweg auch noch etwas versüßen :-)

Kleiner Tipp: Legt die Stationen rückwärts aus, also erst das Final, dann das Prefinal usw. und prüft beim Auslegen, ob die Koordinaten der nächsten Station stimmen. Der Vorteil ist dann, dass bei Fehlern(die auch bei 2x Draufgucken und Einmessen immer noch da sein können) gleich am Auslegeort korrigiert werden kann. Für Koordinaten verwende ich meistens einen kleinen Etikettendrucker, der in jeden Rucksack passt, so kann ich direkt vor Ort nachbessern und dann zuhause die geänderten Koordinaten eintragen.

Und wozu das ganze?

Weil es Spass macht, einen Multi zu legen und zu betreiben :-) Klar muss man dazu auch den Willen haben, das Teil regelmäßig zu besuchen, zu warten und zu reparieren – bei meinem ältesten aktiven Multi, der dieses Jahr 8 wird, sind viele Teile schon einmal ausgetauscht und Stationen verlegt worden, andere Stationen und auch das Logbuch hingegen sind noch im Originalzustand.
Mit einem Multi könnt Ihr Geocaching betreiben, ohne irgendwelche Siffdosen suchen zu müssen – Wartung ist auch Geocachen. Ja, die Besucherzahlen lassen irgendwann nach, das ist aber bei den meisten Caches so und erleichtert natürlich die Wartung. Es kann auch sein, dass irgendwann gar keiner mehr kommt, aber mehr als ein Jahr ohne ist ganz normal – hier sind dann Inspektionsrunden mit anschließendem Log ganz besonders wichtig, denn wenig schreckt Cacher mehr ab als die Gefahr, ohne Fund von dannen ziehen zu müssen. Als Belohnung gibt es dann auch schöne Logeinträge für Euch und schöne Erinnerungen für die Sucher.

Zum Schluss

  1. Wenn es partout nicht klappen sollte, eine vernünftige Route auszubaldowern, dann ist es eben so. Wartet ab und behaltet die Gegend im Auge, ob etwas im bevorzugten Gebiet archiviert wird.Oder anders formuliert: Versucht nicht auf Krampf, einen Multi auszulegen. Mein erster eigener Multi war so ein Teil, rückblickend einfach nur langweilig und schlecht durchdacht.
  2. Geht “einfach mal so” in Eurer Homezone spazieren, oft kommen die Ideen (und die Wegpunkte) dann von selbst und Abstandskonflikte können überwunden werden.
  3. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, einen Multi als Nachtcache aufzusetzen, dann tut es, die Community wird es Euch danken.

In diesem Sinne: Bis bald am Multi und happy hunting!

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