Langzeitcaching – Herausforderung oder Qual?

Langzeitcaching – Herausforderung oder Qual?

Vier Jahre. Über vier Jahre dauerte die bisher längste Zeitspanne zwischen dem ersten DNF an einem Cache und dem letztendlich glücklichen Fund bei mir an. Vier Jahre sind beim Geocachen eine lange Zeit, aber ein paar andere Caches haben mich auch längere Zeit in ihren Bann geschlagen: Für eine Tradireihe + Bonus brauchte ich geschlagene drei Jahre und Joker :shock: Und für einen Zwölffach-Findemich1 auch immerhin zwei Jahre – wobei ich da noch nebenbei ingress spielen konnte. Geocaching ist ein Zeitvertreib, auch wenn viele Cacher in ihren Logs Wert darauf legen, den Cache schnell gefunden zu haben, Multis meiden und Mysteries per Telefonjoker lösen – und dann feststellen, dass sie 2 Kilometer weit weg vom Parkplatz liegen :mad:

Ich schrieb viele Cacher, zum Glück gibt es auch einige, die den Aspekt des Zeitvertreibens sehen :-) Aber ist es ein Zeitvertreib, einen kniffligen Cache drei-, viermal anzugehen, sich immer wieder dieses vermaledeite Fragzeichen anzuschauen, sich immer wieder diese Box auf der Karte anzuschauen? Ich meine damit natürlich nicht irgendwelche hint- und wahllosen Waldmikros oder D5-ich-weiss-was-was-Ihr-nicht-wisst-Mikromysteries, denn viele dieser Caches existieren in der Regel nicht lange genug, um Gegenstand langjähriger Beobachtung zu werden ;-)

Ich rede von Caches, die eine wie auch immer geartete Herausforderung darstellen und einen besonderen Touch haben, das sind in der Regel Caches aus den Nullerjahren und da wiederum Multis, die – aufs Geocaching bezogen – schon ein sehr hohes Alter und einen entsprechenden Ruf haben und einige Bedingungen erfüllen müssen

Wann es sich lohnt, am Ball zu bleiben

Eines dieser Schwergewichte hier in der Region hat es in 11 Jahren auf gut 270 Funde gebracht und zieht immer wieder Cacher an, die immer wieder neue Anläufe starten und im Erfolgsfall auch sehr begeistert loggen :-) Dieser Multi ist eigentlich nicht schwer, wartet aber mit sehr abwechslungsreichen und teilweise anspruchsvollen Stages auf. Aber: Er ist linear aufgebaut, an jeder Stage finden sich die Koordinaten der nächsten Station, so dass mit Cachernäschen (und ein wenig Glück) der Nichtfund einer Stage nicht automatisch das Ende bedeutet, wenn man bei der übernächsten Station die Spur wieder aufnehmen kann. Dazu kommt, dass er durch eine abwechslungsreiche Umgebung führt und relativ verkehrsgünstig gelegen ist.

…und wann nicht

Etwas weiter entfernt liegt ein Multi, der es in 9 Jahren auf gerade einmal 40(!) Funde bringt. Bei diesem sieht es trotz der traumhaft schönen Umgebung(ein abgelegener, ziemlich urwüchsiger Wald) ganz anders aus: Er hat sehr viele Stationen, die alle aufeinander aufbauen und an denen es einen oder mehrere Zahlenwerte zu ermitteln gilt. Aufgrund der Struktur des Multis  bedeutet ein Nichtfund automatisch das Aus, selbst wenn man eine weitere Station findet, kommt man mit Raten der ausgelassenen Werte nicht weiter. Je nach Gusto kann diesen Multi als anspruchsvoll oder viel zu schwer angesehen werden, jedenfalls hält sich der Eifer der Cacher, hier mehrere Anläufe zu wagen, hier in sehr engen Grenzen – schade eigentlich.

Also…?

Dies waren nur zwei Beispielcaches, letztenendes lässt sich keine generelle Aussage treffen, wann genau es sich lohnt, am Ball zu bleiben und wann nicht. Ich ziehe für mich die Grenze bei drei Anläufen, wenn die Location es wert ist, in einem Fall wurde ich aus Gründen sogar ein viertes Mal vorstellig, das wird aber wohl eine Ausnahme bleiben. Manche Cacher haben da mehr Ausdauer, manche weniger. Aber die Hauptsache ist, dass das Cacheerlebnis – ob man nun mit leeren Händen geht oder nicht – Spass macht – bei einem Belanglosmikro in einer siffigen Ecke kommt kaum jemand wieder ;-)

In diesem Sinne: Bis bald zum wiederholten Mal im Wald und happy hunting

1in manchen Regionen auch FPL – Finden, Peilen, Loggen genannt

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