Änderungen im Cacheverhalten und eine Chance

Änderungen im Cacheverhalten und eine Chance

Die Krise hat Deutschland fest im Griff und natürlich ist auch das Geoland davon betroffen. Neue Caches werden nicht mehr veröffentlicht, einige Cacher haben ihre Caches sogar krisenbedingt disabled. Wie aber verhält sich der Rest? Da die Regelungen darüber, was an Freizeitaktivitäten erlaubt ist und was nicht, derzeit von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, werde ich mich auf “mein” Bundesland Schleswig-Holstein beschränken. Also: Derzeit ist die Einreise nach Schleswig-Holstein für Urlauber untersagt, das gilt auch für Tagesausflüge und wird von der Polizei kontrolliert. Fürs Cachen heisst das, dass die Cacher aus den umliegenden Bundesländer als Besucher schon einmal zum allergrößten Teil wegfallen, vielleicht gibt es noch ein paar AWCler, aber praktisch ist dieser kleine Grenzverkehr zum Erliegen gekommen, die Hamburger Cacher weichen jetzt vermehrt nach Niedersachsen aus. Da  meine Homezone und auch der größte Teil meiner Watchlist  im  Hamburger Speckgürtel angesiedelt ist, sollte man also davon auszugehen, dass hier jetzt weniger los ist als vor der Krise.

Und das ist nicht so. In der Tat kommen derzeit viel mehr Logs über die Watchlist rein und auch meine eigenen Caches sind teilweise deutlich stärker frequentiert. Da viele Cacher derzeit im Homeoffice arbeiten, gibt es vemehrt Pausencaching in den jeweiligen Homezones. Der “Run” betrifft aber nicht nur Tradis, nein, auch LBHs und Multis werden gefühlt häufiger besucht. Um zu überprüfen, ob es sich dabei nur um ein Gefühl handelt, habe ich eine Liste von 20 Multis/LBHs aus meiner erweiterten Hood erstellt, nach folgenden Kriterien:

  • seit mindestens 2018 online
  • Wegstrecke > 3 Kilometer
  • in mehr oder weniger freier Natur gelegen
  • derzeit machbar(nicht deaktiviert)

Also alles in allem eher klassische Multis/LBHs. Danach habe ich diese Caches mitsamt der Logs in GSAK importiert und über den SQLite-Manager aggregiert. Dabei kam heraus, dass 6 dieser Caches bereits jetzt, also Mitte April mehr Besucher aufweisen als im ganzen Jahr 2020, sprich ⅓ der Caches waren in 2019 stärker frequentiert als 2020, und das ist schon sehr ungewöhnlich, denn bei diesen Caches kennt die Fundzahlentwicklung nach 1-2 Jahren eigentlich nur eine Richtung: Nach unten. Wie aber kommt es zu dieser Trendumkehr?

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • mehr Zeit: Da Sport- und Vereinsaktivitäten ruhen, Doppelklopf, Familienfeiern, Eisessen etc. derzeit nicht stattfinden, bleibt natürlich mehr Zeit fürs Cachen. Übrigens auch über die Woche, wo jetzt mehr los ist als vorher.
  • sonst ist ja nichts da: Da viele ihre Homezone komplett leergeloggt haben und keine neuen Caches herauskommen, bleiben nur die “ungeliebten” Caches übrig, die mehr Wegstrecke und Zeit pro Fund erledigen können.  Und die sich dann als gar nicht so schlecht erweisen ;-)
  • JWD: Je weiter weg ein Cache von Ansiedlungen/Straßen liegt, desto weniger Menschen halten sich dort auf. In diesen Zeiten sicherlich ein absolute Pro-Argument für solche Caches. Ein einsamer Spaziergang in freier Natur ist in der Tat mit das beste, was man derzeit machen kann(Sofern nicht irgendwelche Erlasse das Spazieren einschränken)

Im Grunde genommen ist es keine Trendumkehr, diese Caches werden auf einem sehr niedrigen Niveau gefunden, 5 statt 3 Funde pro Jahre oder 10 statt 8, das schafft ein Bushaltestellentradi an einem Tag ;-) Trotzdem profitieren von der Situation derzeit die eher klassischen Caches, die fernab der Straßen liegen und/oder einen längeren Zeitvertreib garantieren, die Furcht vorm DNF hingegen scheint sich etwas gelegt zu haben.

…und das ist auch eine Chance

Momentan sinkt natürlich in Westeuropa und damit auch in Deutschland (in Schweden werden übrigens nach wie vor Caches veröffentlicht) die Zahl der aktiven Caches, das heisst, dass es auch wieder ein wenig mehr Platz gibt. Warum also nicht Platz und Zeit nutzen, um in Ruhe mal einen schicken Multi auszulegen oder einen schicken Tradi an einer schönen Stelle irgendwo in der Natur? Ein Kennzeichen der Krise ist auch die Entschleunigung der Freizeit. Wenn Ihr rausgeht, ich kann aber auch jeden verstehen, der lieber drinbleibt,  nutzt doch einfach die Zeit, es muss doch mehr drin sein als den x-ten Straßenrandtradi auszulegen :-)  Cachelistings können nach wie vor angelegt und eingereicht werden, sie werden irgendwann von den Reviewern auch bearbeitet werden.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und bleibt gesund.

 

 

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