Multicaches im Fokus

Exakt ein Cache in diesem Waldstück - auf dem Weg zur nächsten Stage

Multicaches, liebevoll auch Multis genannt, sind derzeit – wie eigentlich alles außer Tradis und Events – auf dem absteigenden Ast, jedenfalls in Bezug auf Publishzahlen. Multis sind doof scheint der Konsens zu sein. Warum soviel Mühe für einen einzigen Cache machen, wenn ein paar Tradis es auch tun und zudem noch mehr Funde generieren? Die Antwort ist einfach: Multis machen einfach Spass. Gut, wie bei fast allen anderen Cachetypen gibt es auch hier Spreu und Weizen, Licht und Schatten. In diesem Artikel verfolge ich einen gewagten Ansatz:
Die Kategorisierung von Multis, Schubladendenken in Reinkultur quasi ;-) Jeder Multi passt in eine oder mehrere Schubladen, ich werde eine Reihe dieser Schubladen auflisten und annotieren:

1. Anzahl der Stationen
Ein Multi ist ein Cache mit mehreren Stationen. Die kürzeste Variante ist demzufolge ein Start-Ziel-Multi, oft auch als Kurzmulti bezeichnet. Es gibt für diese Variante zwei Anwendungsfälle: Wenn es etwas interessantes zu zeigen gibt, ein Denkmal zum Beispiel, an oder in direkter Umgebung des Denkmals aber keine Möglichkeit vorhanden ist, einen Cache zu verstecken, bietet sich ein Kurzmulti an: Vor Ort werden eine oder mehrere QTAs gestellt, mit deren Hilfe die Finalkoordinaten ermittelt werden. können. Der zweiten Variante liegt der Wunsch, auch mal einen Multi legen zu wollen, zugrunde, hier liegen also verkappte Tradis vor :eek:
Mathematisch kann die mögliche Anzahl der Stationen als 2…n ausgedrückt werden, nach oben hin ist der Anzahl der Stationen praktisch kein Limit gesetzt, allerdings wird es ab ca. zehn Stationen dann doch irgendwann langweilig, wenn nicht besonders spannende Stationen gelegt werden. Die Anzahl der Stationen hat übrigens direkten Einfluss auf die Besucheranzahl, je mehr Stationen ein Multi hat, desto weniger Besucher kommen.

2. Weglänge
Der Weg ist das Ziel, diese simple Aussage gerät leider immer mehr in Vergessenheit. Meine persönlich erlebte Reichweite geht von Ultrakurz(5 Meter) bis zehn Kilometer, was alles zu Fuß erledigt werden kann, letzteres aber schon eine Herausforderung war. Alles was darüber hinausgeht, ist eher ein Fall fürs Fahrrad oder einen Wanderurlaub. Kurzmultis mit weniger als 1 km Weglänge mal außen vor lassend, sind 3-6 Kilometer ganz gut für einen schönen Nachmittag. Auch die Weglänge hat einen direkten Einfluss auf die Besucheranzahl, ab 5 km(Fußweg, ohne die Möglichkeit, mit dem Auto abzukürzen) wird es mitunter recht einsam am Final ;)

QTA

Für Muggel absolut unauffälliges Field Puzzle – die Farbcodes stehen im Listing

3. Stationen
Beim Aufbau einer Multi-Station können angehende Neuowner aus dem Vollen schöpfen: Im ersten Fall sind an einer Station die Koordinaten der nächsten Station auf irgendeine Art und Weise versteckt, ein Mikro mit einem Zettel drin, ein magnetisches Plättchen oder gar eine Plakette mit seltsamen Zahlen drauf. Der Nachteil liegt auf der Hand: Ist eine Station kaputt oder verschwunden, funktioniert der ganze Multi nicht mehr. Es gibt aber auch Owner, die genau das als Herausforderung sehen und sich auch wirklich um ihre Caches kümmern :-)
Wesentlich einfacher zu Warten sind QTAs, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Findling aus dem Wald geklaut wird, ist doch recht gering ;) Allerdings muss man als Owner mit dem auskommen, was die Umgebung zur Verfügung stellt, das ist aber mit geübtem Cacherauge recht unproblematisch.
Eher ist das Stellen eindeutiger Fragen der Haken: Die Anzahl sichtbarer Windräder kann sich im Laufe der Jahre oder auch witterungsbedingt ändern, und nicht jeder Cacher kann im tiefsten Winter eine entlaubte Buche von einer entlaubten Linde unterscheiden, geschweige denn auf Anhieb den richtigen Baum, der “hier” steht, auf Anhieb identifizieren :-?
Aber damit ist das Ende der Fahnenstange natürlich noch nicht erreicht, die Rede ist natürlich von Field Puzzles. Auch hier gibt es eine große Bandbreite von Trickdosen, elektronischen und/oder mechanischen Gadgets, UV-Markern, Quiz- und Rätselfragen und Puzzles. In diesem Fall muss man als Owner natürlich etwas mehr Zeit für Wartung und Reparatur einplanen und ein relativ dickes Fell haben, da Wartungs- und Reparaturaufwand in der Regel etwas höher liegen werden – die Suchenden werden aber auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

4. Das Final
Damit Otto Normalcacher loggen kann, braucht es natürlich ein Final. Dieses sollte dem Cache aber auch angemessen sein. Nach 5 Kilometern durch die – wenn auch schöne – Wildnis einen schnöden Petling vorzufinden, mit einem zusammengerollten Logstreifen drin kann es doch nicht wirklich sein :-? Ein stabiles Notizbuch im Format A6 oder 7 ist da doch schon wesentlich vornehmer und angebrachter :cool: Und damit das Logbuch nicht allzusehr gestopft werden muss, wird es in eine L&L passender Größe gepackt. Eine Ein-Liter-Box kann ohne Probleme ein A7-Buch und natürlich Trade Items aufnehmen.

5. Wegführung

Das kommt mir doch bekannt vor - bekanntes Phänomen bei Hin-und-Her-Wegführung

Das kommt mir doch bekannt vor – bekanntes Phänomen bei Hin-und-Her-Wegführung

Eine gute Wegführung ist das A & O eines Multis und vielleicht sogar die größte Herausforderung von allen. Idealerweise(!) führt der Multi entlang eines Rundkurses, die Gefahr des Herforderns inbegriffen – bei Kurzmultis wird das dann naturgemäß schwieriger. Einen Rundweg von ein paar Kilometern Länge finden, der auch noch den Erfordernissen des Multis entspricht, ist heutzutage nicht einfach. In meiner Hood fällt mir da auch bei längerem Überlegen kein Geländestück ein, das nicht schon mit einem Multi bestückt oder anderweitig bedost ist, nicht allzu sehr vermuggelt ist und wo es ausreichend QTAs oder Versteckmöglichkeiten gibt, in NSGs ist es praktisch unmöglich, eine größere Anzahl von Stages guidelinekonform zu verlegen, die zudem noch muggelsicher sind, da bieten sich QTAs an.
Aus diesem Grunde sind viele Multis mittlerweile auch linear aufgebaut, vielleicht mit ein paar Abzweigen. Aber: Wenn Ihr bei Euch ein gutes Gelände kennt, nutzt es für einen Multi.

Ein Wort der Warnung zum Schluss:
Wenn Ihr einen längeren Multi legt, müsst Ihr Euch, wie mehrfach angedeutet, mit dem Gedanken anfreunden, dass dieser nach dem ersten Ansturm, der seinerseits geringer ausfallen wird als bei einem (Quasi-)Drive-In-Tradi, sehr bald längere Trockenphasen haben wird, mehrmonatige Phasen der Nichtbesuche sind im Geojahr 2016 nichts Ungewöhnliches gewesen und werden es auch 2017 nicht sein. Ihr müsst Euch darauf einstellen, dass Ihr gelegentlich eine Wartung “auf Verdacht” durchführen müsst, ein- bis zweimal im Jahr also alles überprüfen. Tut Ihr das nicht, wird irgendwann niemand mehr kommen, weil das Teil so lange ungefunden bleibt. Im Gegenzug habt Ihr allerdings etwas geschaffen, was sich weit über den alltäglichen Einheitsbrei erhebt und den Suchern sehr viel Freude bereiten wird.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

Ein Kommentar

  1. Das mit der Einsamkeit am Final kenne ich zur Genüge. Aber bei meinem Cache habe ich auf Grund von der etwas exponierten Lage des Finalbaums in Kauf genommen.
    Wenn man es mag wenig Besuch am Cache zu haben kann ich die Formel geben:
    -Mehrere KMs Weg
    -Mystery Vorgeschaltet
    -Chirp verbauen
    ->101 Logs seit 2013 und in 2017 erst 3
    Und ich glaube es wären noch weniger, wenn der Cache mit D/T 3,5/4,5 nicht für die eine oder andere Matrix interessant wäre und ich in einer abgelegeneren Region wohnen würde ;)

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