Sein letzter Fall

Kennt Ihr das folgende Phänomen: Da gibt es einen Cache, der hochgelobt wird und Eurem Geschmack entspricht und Ihr nehmt Euch vor, den einmal zu besuchen. Und dann geht es los: Haste den schon besucht? – Ja, war geil. Du denkst Dir, hmmm, muss ich mal weiter rumfragen. Dann wirst du gefragt Ey, hast Du Lust, am Freitag mitzukommen? Ach, da habe ich keine Zeit, aber danke fürs Angebot. Tja, und dann lässt Du noch eine Gelegenheit verstreichen und noch eine. Und dann ist der Cache eines Tages weg :shock: So ging es mir bei meinen Recherchen für einen Beitrag über den Health Score. Während ich Caches in mein Statistiktool importierte, kam ich nicht umhin, einen Blick auf den einen oder anderen Cache zu erhaschen, und da las ich es dann:
Dobranski-Mord im Rotlichtviertel NC wurde archiviert.  Nach Total Recall ist nun ein weiteres Hamburger Schwergewicht Geschichte. Allerdings tritt Dobranski etwas – man muss es leider sagen – holperiger ab. Wurde Total Recall noch vom Owner archiviert und abgebaut, ging Dobranski den Weg, den viele 0815-Caches gehen: Deaktivierung durch die Reviewer und nach Verstreichen der Frist dann das Ende. Nach fünf Jahren, 1375 Favoritenpunkten und knapp 1800 Besuchen. Dabei waren die Probleme am Cache schon lange bekannt. Schon im Juli kamen die ersten Hinweise auf eine kaputte Station, aber immerhin gab es noch Hilfestellung durch den Owner. Im August fiel dann die nächste Station aus und der erste NM wurde abgesetzt, aber nach wie vor zog Dobranski unverdrossene Cacher an. Im September dann wurde der allgemein schlechte Zustand der Stationen angemerkt, Ownerreaktionen gab es nicht.  Spätestens ab Ende September war der Cache wohl nicht mehr ohne Telefonjoker machbar und der erste NA kam herein, danach immer wieder Notes mit der Bitte um Wartung, NM scheinen sich viele immer noch nicht zu trauen. Am 1.10. gab es dann den nächsten NA. Das eiserne Schweigen der Owner – zumindest offiziell – löste dann eine Deaktivierung seitens der Reviewer aus und vor zwei Wochen kam dann das Aus :-(

Und da frage ich mich zwei Dinge. Erstens: Dass viele Owner nach dem Auslegen das Interesse an ihrem Cache verlieren und selbigen verrotten lassen, ist ja nun einmal eine bekannte Tatsache im Geoland. Aber hier ging es ja nicht um eine Popeldose an der Leitplanke, sondern um einen aufwendigen Multi, dessen Aufbau sicherlich nicht ganz einfach war, in den viel Zeit und Mühe investiert wurde. Die Owner selbst sind noch online und suchen auch aktiv nach Caches. Was sie nun dazu bewogen hat, Dobranski einfach – anders kann man es nicht sagen – verrotten zu lassen, wissen nur sie selbst. Es kann viele Gründe geben, einen Cache nicht warten zu können, fehlende Ersatzteile, zu hoher Aufwand, zu wenig Zeit – das kennen wir alle so oder so ähnlich. Das kann man aber auch per Note verkünden und den Cache erst einmal selbst deaktivieren, um nicht noch mehr Cacher (Achtung Dramatisierung) ins Verderben zu schicken – wobei die Besucherfrequenz – immerhin läuft die Nachtcachesaison seit mehreren Wochen – zuletzt deutlich gesunken ist, Listings werden offenbar doch gelesen und Schlüsse aus Logs gezogen.

Schlüsse gezogen wurden reviewerseitig, und zwar durch das Ziehen der Notbremse, und auch hier muss die Frage nach dem Warum erlaubt sein. Wenn ich es nicht schaffe, meinen Cache zu reparieren, wie oben angeführt kann es dafür viele plausible Gründe geben, dann archiviere ich ihn selbst, auch das gehört zu den Pflichten des Owners und die fünf Minuten für ein entsprechendes Log hat jeder, der auch Funde loggen kann. Was hier so schade ist: dass dieser so aufwendige, beliebte und hochgelobte Cache in seinen letzten Zügen einfach nur noch schlechte Stimmung verbreitet hat, Cacher, die nicht weiterkamen, unbeantwortete NMs usw. Was hinter den Kulissen genau abging, wissen wir nicht, man kann viel spekulieren. Die Owner hatten sicherlich ihre Gründe, so zu agieren wie sie agierten, wir wissen es nicht und so bleibt Dobranskis letzter Fall leider vorerst(?) ungelöst…

 

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