die Karten neu gemischt – FTFs für Slowcacher

Niemals vergessen: Der Weg ist das Ziel

Viel wurde schon geschrieben darüber, dass Geocaching auf dem absteigenden Ast ist, die Anzahl der neuen Caches sinkt, die Anzahl der Cacher sinkt, die Cachequalität sowieso und früher war alles besser – soweit, so bekannt. Nun ist 2017 schon wieder fast zur Hälfte rum und Geocaching ist immer noch nicht tot. Im Gegenteil: Eigentlich geht der ganze schöne Wahnsinn fast so weiter wie bisher, bis auf ein paar Bereiche, in denen die Karten neu gemischt wurden, beim FTF zum Beispiel.
Über FTFs kann man geteilter Ansicht sein, manche streben danach, einige hängen sich die FTF-Urkunden ins Wohnzimmer, wieder andere sind beleidigt, wenn der FTF nicht sofort geloggt wird und sie vergebens losgezogen sind :mad: Tatsache ist aber, dass der FTF irgendwann getätigt wird, denn Caches sind nun einmal dazu da, gefunden zu werden – auch wenn so manch‘ Mysteryowner da andere Ansichten hat :???: Nun denn, auch im Jahre 2017 gibt es sie, die FTF-Runner, aber der Knackpunkt ist das Wörtchen irgendwann.

Gehen wir gedanklich ein paar Jahre zurück: Es ist ein schöner Samstag im Mai 2013, als das ersehnte pling aus der Geocaching-Mailbox ertönt: Publish-Zeit, in der Homezone ist ein Tradi in ein paar hundert Metern Entfernung vom nächsten Parkplatz herausgekommen. Was nun? Für die FTF-Runner ist der Fall klar: Nix‘ wie hin da! Andere nehmen sich den Tradi für demnächst vor oder fahren morgen hin. Auf jeden Fall aber wird der FTF noch vor Ende des Tages gefallen sein, ein Neuer, dazu noch ein Tradi ist doch zu verlockend :-)

Spulen wir wieder vor ins Jahr 2017: Es ist ein schöner Samstag im Mai 2017, als endlich mal wieder ein pling aus der Geocaching-Mailbox ertönt: Publish-Zeit, in der Homezone ist ein Tradi in ein paar hundert Metern Entfernung vom nächsten Parkplatz herausgekommen. Was nun? Für die FTF-Runner ist der Fall klar: Ach ne, das ist mir zu weit für so’n blöden Tradi. Andere nehmen sich den Tradi für demnächst vor, wenn es ein paar mehr Caches in der Gegend herauskommen. Dass der FTF noch vor Ende des Tages gefallen sein wird, ist nicht garantiert ;-)

Natürlich finden auch 2017 noch FTF-Rennen statt, nur eben nicht mehr in dem Maße wie vor ein paar Jahren. Die Community konzentriert sich größtenteils auf leicht zu erlangende FTFs, also bitte nicht zu weit zu fahren und bitte nicht zu weit laufen und überhaupt findet man – im Gegensatz zu früher – viele Gründe dafür, gleich auf der Couch zu bleiben.

Und jetzt kommt der Slowcacheransatz: Das besondere ist, dass der Slowcacher sich überhaupt nicht für Statistiken und FTFs interessiert, sondern den neuen Cache – angelockt von der Aussicht auf einen Spaziergang in freier Natur – demnächst angeht. Und ganz ohne eigenes Zutun sackt man noch einen FTF ein, ob man nun will oder nicht ;-) Und das alles nur, weil der Cache nicht in einem Ballungsgebiet am Straßenrand liegt, sondern da, wo er hingehört: Irgendwo abseits des Trubels in der mehr oder weniger freien Natur :-)

In dieser Hinsicht hat sich Geocaching in der Tat für diese Konstellation ein wenig in Richtung seiner Ursprünge entwickelt, nicht mehr der schnelle Fund des schnellen Straßenrandmikros stehen im Vordergrund, sondern der Weg. Zugegeben, solche komischen Cacher gab es früher auch, aber heute können sie ihren eigenen Weg ganz unbehelligt gehen, und das ist ja nun auch nicht das schlechteste.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting :cool:

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