Besser schummeln mit asynchronen Logs

So einfach kann die Geowelt sein. Wer sich online einträgt und nicht im Logbuch steht, schummelt. Aber was wäre, wenn einige cachesuchende Menschen diesen simplen Leitsatz wörtlich nehmen? Der gesunde Cacherverstand(ja, den soll es geben) sagt mir, dass Wer im Logbuch steht, darf Loggen folgende Bedeutung hat: Wenn ich ganz persönlich vor Ort einen Eintrag mit meinem jeweiligen, auf der verwendeten Plattform registrierten Nicknamen vornehme, kann ich anschließend auch online loggen. Oder es bleiben lassen, wenn mir überhaupt nichts zu Mike’s Mirko-Runde #34 einfällt, aber das nur am Rande ;-) Eigentlich ganz einfach, oder doch nicht?

Nein, denn sonst wäre dieser Beitrag eben beendet worden. Es gibt nämlich noch eine Deutung von Wer im Logbuch steht, darf loggen. Die Rede ist natürlich von Trag mich ma’ mit ein, was durchaus von cachesuchenden Menschen praktiziert wird und in der Regel genausowenig auffällt wie gelegentliche Fakelogs ohne reales Log vor Ort. Einige Experten hingegen übertreiben es dann und sind scheinbar fast ständig zusammen unterwegs, um ihre Fundzahlen in die Höhe zu treiben. Da das dann aber doch irgendwann auffällt, spätestens, wenn einmal ein Experte beim Gemeinschaftslog erwischt wird. Danach folgen manchmal ungewohnt umfangreiche, über Heute diesen Cache gut gefunden, DfdC hinausgehende Onlinelogs, in denen genau dargelegt wird, warum nur Anton vor Ort angetroffen wurde und wie sehr Berta und Cäsar es bedauern, den anderen hinzugekommenen Cacher sowas von knapp verpasst zu haben, aber in der Regel wird diese Panne ausgesessen und für ein paar Wochen vielleicht etwas vorsichtiger, sprich: ehrlicher agiert.

Der Haken dabei: So rattert der Fundzähler viel langsamer und außerdem muss man dann ja jeden Cache selbst besuchen und am Ende noch mehrere Momente lang suchen :o Also haben sich ein paar ganz schlaue Experten, quasi Braincacher etwas ganz schlaues ausgedacht: Asynchone Logeinträge.

Und so einfach geht es: Nehmen wir mal eine gar nicht so fiktive Gruppe von Powercachern(Namen von der Redaktion geändert): Anton, Berta, Cäsar und Dora. Jetz geht ein Teammitglied, meinetwegen Anton, cachen und trägt sich auf dem ersten freien Platz im Logbuch ein. Dann wird das Logbuch ein paar Seiten weitergeblättert, bzw. ein weiter hinten liegender Logstreifen genommen und dort wird Berta eingetragen, dann wird wieder weitergeblättert, usw., bis das ganze Team versorgt ist.  Noch authentischer wird das ganze, wenn auch entsprechende Stempelkopien reihum getauscht werden. Mit ein wenig Geschick können auch Autologs mit entsprechend angepassten Daten erstellt werden, was dann den Feinschliff darstellt und plausible Zeitabstände zwischen den Caches erzeugt. Und schon darf geloggt werden, denn Wer im Logbuch steht, darf loggen :P

Diese Methode hat unbestreitbare Vorteile: Da natürlich ohne Datum geloggt wird, entsteht mit der Zeit an ansehnlicher Pool von zu loggenden Caches mit beliebigen Zeitangaben, was für eine Reihe von Challengecaches sehr nützlich ist, zB 100 Tage am Stück cachen, 50 Caches vom Typ X an einem Tag loggen etc. Ein weiterer Vorteil: Ein zufällig vorbeikommender anderer Cacher wird in der Regel nichts bemerken, wenn er nicht zufällig eine der anderen Seiten aufblättert.

Der Haken an der Sache: Wenn dann jemand doch die weiter hinten liegenden Einträge findet und dieses Hobby ernstnimmt und nicht auf eine Statistikshow reduziert und die Sache publik macht. Denn wenn Dora im Juni im Logbuch steht, warum sollte sie dann erst im September online loggen :???: Und genau das ist hier passiert: So eine Loggemeinschaft ist aufgeflogen, als ein Owner genau diese verteilten Logs im Logbuch fand und sich – mit Bild – dann per Note darüber mokierte. Damals dachte ich zunächst Na, wenn die’s nötig haben… Einige Zeit später schlug ich dann zufällig(wirklich!) ein Logbuch eines anderen Caches an der falschen Stelle auf und fand dort undatierte Einträge der Gruppe. Und wenn man erst einmal darauf aufmerksam geworden ist, lässt sich die Spur dann doch recht einfach verfolgen.

Jetzt bleiben nur zwei Fragen offen, nein eigentlich nur eine: Warum :???: Warum mache ich mir die Mühe, anderen Cachern hinterherzuschnüffeln? Kann mir das nicht einfach egal sein? Nun, das hat nichts mit Bespitzeln zu tun und auch nicht mit Anschwärzen, ansonsten gäbe es hier Links und echte Nicknames. Das ist das Faszinosum des Mysteriösen, denn ich verstehe den Sinn dahinter nicht: Jeder von uns hat wohl schon einmal einen Telefonjoker gezogen oder bei bestimmten Mysteries die Koordinaten erbeten, aber das geschah immer mit dem Ziel, den Cache vor Ort zu loggen. Selbst der Freundeskreis von GCLeaks hatte letztenendes das Ziel, Dosen vor Ort zu besuchen. Nur: Diesen Logrotierern geht es offenbar gar nicht um das Suchen und Finden vor Ort, also den Kern unseres Hobbys. Und das ist das eigentliche Mysterium: Warum wird dann doch einiger Aufwand betrieben, um die Nichtanwesenheit vor Ort zu kaschieren, warum lässt man es nicht einfach bleiben, wenn einem der Aufwand, zur Dose zu gehen, zu groß ist. Es kann doch nicht nur um Fundzahlen, Matrizen und Challengecaches gehen :???:

Wie sieh es denn bei Euch aus, ist es Euch egal, passiert so etwas in Euren Hoods auch, habt Ihr eine Erklärung? Ratlose Grüße und bis bald im Wald ;-)

 

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3 Responses to Besser schummeln mit asynchronen Logs

  1. Hans says:

    Jupp, solche kenn ich leider auch.
    Naja, an sich wäre es mir ja egal wenn nicht genau DIESE Truppe sich darüber muckieren würde das andere Cacher so bei ihren Dosen vorgehen!
    Dieser Haufen hat sich einen Teamstempel zugelegt und jeder loggt für den anderen mit. Auch kein Problem, nur kann eine Person schlecht auf Fuerteventura sein und gleichzeitig an einem Event in der Nachbarschaft teilnehmen ( dort persönlich gesehen wärend das andere “Team” im Urlaub ist)…
    Wär alles kein Thema, jeder bescheißt sich letztendlich nur selber:
    Wenn man aber von dieser Truppe blöd angeredet wird, absichtlich kurzloggs erhält und schlechtgemacht wird weil man sagt “Ich logge nur Dosen wo ich mich selbst eingetragen habe”(Sinn des Spiels) dann hört sich’s für mich auf!
    Dann lieber allein Lei(d)tplanken-Caches an der Bundesstraße suchen ;-)
    Solidarische Grüße von einer Dose an der ich selbst stehe!

  2. OTHC says:

    Gääähn…… das Thema gibt es schon seit 16 Jahren….. wo es Menschen gibt, wird geschummelt. Ist leider ein Fakt. Sags bitte nicht weiter. Ob ich nun meine Funds immer mit Datum und Uhrzeit logge? Ob jetzt die Tage auch wirklich stimmen? Das ist jedem Cacher selbst überlassen. 4 Jahre, jeden Tag einen Cache zu Finden und zu loggen….. ach jetzt komm!!! Da mache ich einfach mal ne Serie mit 100 Caches und habe dann die nächsten 99 Tage meine Ruhe. – Sachen gibt`s…..

    • Arno says:

      Sach mal, hast du den Post gelesen? Das geschummelt wird ist dem Autor klar. Nur war diese Art Schummeln zumindest mir noch nicht bekannt.