Der Jümmetrail und seine Folgen

Der Jümmetrail und seine Folgen

Nun ist der Jümmetrail also Geschichte, wie auch schon der Kocherreiter berichtete. Jetzt stellt sich die Frage nach den Konsequenzen, die diese Affäre meiner Meinung nach haben müsste. Direkte Konsequenzen für das Ownerteam wird es nicht geben, da hier schlauerweise extra ein zusätzlicher Account angelegt wurde. Selbst wenn dieser für eine Weile stillgelegt würde, es würde die wahren Owner nicht jucken. Zudem gibt es da auch keine Grund für, der Trail wurde ja nicht in böswilliger Absicht gelegt, allenfalls könnte man den Ownern Fahrlässigkeit unterstellen, also dass sie die Auswirkungen eines solchen Trails nicht bedacht haben.
Genehmigungen lagen auch vor, denn ansonsten wäre der Trail ja nicht freigeschaltet worden. Ob diese Genehmigungen auch von den richtigen Stellen kamen, ist eine andere Frage, einige Dosen hingen an privaten Stegen, ob da wirklich nachgefragt wurde :???:

Der zuständige Reviewer tat jedenfalls das, was er zu tun hatte: Den Trail freischalten, da es keinerlei Gründe dagegen gab. Und persönliche Meinungen der Reviewer zählen beim Freischalten nicht, denn ansonsten gäbe es da draußen sehr viel weniger neue Caches ;-) Dass ein frisch angelegter Account aus dem Stand heraus über 100 Dosen herauskloppen kann, ist sehr merkwürdig, aber die Guidelines lassen es nun einmal zu.

Und Groundspeak legt offenbar sehr viel Wert auf eine Steigerung der Publishzahlen, welche bekanntermaßen seit Jahren sinken. Dafür wird sogar in Kauf genommen, dass es im Feld Ärger mit Anwohnern und Behörden gibt, die bei Weitem nicht immer so kooperativ wie die Stadt Geyer sind.
Auch dass ein Trail ab einer gewissen Größe praktisch unwartbar wird, ist allgemein bekannt und durch zahlreiche verrottete Trails der Vergangenheit hinreichend bewiesen. Das alles führt zu dem Schluss, dass eine Limitierung beim Auslegen dringend erforderlich ist:

Zwar kann das Freischalten neuer Caches für unter Wartungsfäule leidende Owner unterbunden werden, das ist aber ein ziemlich stumpfes Schwert, wenn der Owner eine Sockenpuppe ist. Hier bedarf es leider weiterer Regulierung. Diese könnten so aussehen:

  1. ein nicht-kumulatives Auslegekontingent:
    Owner können maximal einen Cache pro Monat auslegen. Tun sie das nicht, verfällt der Anspruch, es ist also kein “Sammeln” möglich. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Trail aus 10 Dosen + Bonus wird nicht en bloc ausgelegt, sondern über einen Zeitraum von fast einem Jahr. In der Folge stürmen nicht mehr Dutzende Cache am ersten Wochenende in den Wald, sondern die Besucher verteilen sich besser übers Jahr.
    Zudem wird durch diese Limitierung erreicht, dass die Owner sich ein wenig mehr Gedanken machen, ob sie ihren Bushaltestellennano wirklich auslegen möchten.
  2. Auslegen nur durch verifizierte Accounts:
    Es ist möglich, bei Groundspeak einen Account zu nutzen, dessen E-Mail-Adresse nicht bestätigt wurde. Clevere Owner könnten auf die Idee kommen, 11 Accounts anzulegen, die dann alle rein zufällig am selben Tag eine Dose in den Wald schmeissen. Dieses wäre durch die Einschränkung, dass nur validierte Accounts Dosen legen können, erheblich schwerer. Zwar ist es durch Catch-All-Postfächer möglich, beliebige viele E-Mail-Adressen zu generieren, aber es ist wie mit Falschgeld: Je schwieriger es wird, desto mehr Leute scheuen den Aufwand.
  3. Vorbedingungen schaffen:
    Diese Option sei nur der Vollständigkeit halber genannt. Bedingungen à la erst X Dosen gefunden haben können viel zu leicht ausgehebelt werden. Da kaum ein Owner wirklich Logsbücher streng kontrolliert(was auch nicht nötig sein sollte), ist es problemlos möglich, hunderte von Funden zu generieren, ohne das Haus zu verlassen

99% der Cacheowner wären von diesen Regelungen überhaupt nicht betroffen, weil sie sich eh schon “daran” halten: Moderates Auslegen von einem verifizierten Account aus ist der Standardfall. Nur die Ausnahmen in Form von (Power-)Trails, die auch die meisten Konflikte zwischen Geocachern und Muggels verursachen, wären dadurch nur noch eingeschränkt bis gar nicht möglich. Für “dringenden Fälle”, in denen ein Dutzend Dosen auf einen Schlag ausgelegt werden “muss”, könnten die Reviewer einen gewissen Handlungsspielraum bekommen. Irgendwo las ich neulich, dass Groundspeak überlegt, die Owner beim Einreichen eines Listings dazu zu verpflichten, das Versteck zu beschreiben und ggf. auch ein Foto mitzuliefern. Das alleine schon würde den Aufwand eines Trails von fire and forget auf eine Stufe heben, bei der der Aufwand für viele zu hoch wird – sofern die zuständigen Reviewer Copy-and-Paste-Beschreibungen einfach nicht akzeptieren.

Ob Limitierungen kommen, hängt natürlich von Groundspeak ab. Mit Trails, die kurzfristig die Zahl der aktiven Caches erhöhen und im Nachgang Scherereien machen, ist jedenfalls niemandem geholfen, den Reviewern nicht, den pflichtbewussten Ownern nicht, den Suchern nicht – kurzum: diesem immer noch tollen Hobby nicht.

In diesem Sinne: bis bald im Wald und happy hunting!

3 Gedanken zu „Der Jümmetrail und seine Folgen

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