Evolutionärer Umkehrschub
Notwendiger Hinweis für Schnell- und Querleser: Auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt, ist dies hier kein Repost von Geovolution, hier geht es um Vorgänge und Entwicklungen der letzten Jahre unter evolutionären Gesichtspunkten.
Wie alles begann…
Folgende Tabelle gibt an, welcher der mittlerweile Cachetypen wann zum ersten Mal veröffentlicht wurde:
| Cache | Type | Jahr |
|---|---|---|
| The Original Stash | Tradi | 2000 |
| Rift Valley | Virtual | 2000 |
| Missouri’s 2nd – Odessa Confluence | Multi | 2000 |
| Octopus Garden | Mystery | 2000 |
| Open Space 6 | LBH | 2001 |
| Austin Geocachers Happy Hour | Event | 2001 |
| Mission 1: Devil’s Spoon | Project APE Cache | 2001 |
| Please Donate Blood Cache | Locationless | 2001 |
| Houston Webcam Cache #1 | Webcam | 2001 |
| Earth Day Cleanup at Raccoon Creek Park | CITO | 2003 |
| Earthcache I – a simple geology tour of Wasp Head | Earthcache | 2004 |
| Geocaching Headquarters | Geocaching HQ | 2004 |
| GeoWoodstock 4 | Megaevent | 2006 |
| GPS Adventures Maze Exhibit – Minnetrista | GPS Adventures Exhibit | 2007 |
| Where I went, Hugo | Wherigo | 2008 |
| 10 Years! Old Sacramento, CA | Community Celebration Event | 2010 |
| Lost & Found Celebration | Geocaching HQ Celebration | 2010 |
| 2011 Geocaching Block Party | Geocaching HQ Blockparty | 2011 |
| Project MUNICH2014 – Mia san Giga! | Giga | 2014 |
Quelle: Diese Bookmarkliste.
Die einzelnen Cachetypen lassen sich auf drei deutlich unterscheidbare Grundtypen, nämlich physische Caches, virtuelle Caches und Event-Caches, zurückführen.
…und wie es sich entwickelte
Diese Dreiteilung hat nach wie vor Bestand, selbst die Lab Caches würden da reinpassen, wenn Groundspeak selbst sich einmal dazu entscheiden könnte, die Teile richtig ins Gesamtkonzept zu integrieren.
Was sich aber in den letzten Jahren immer mehr gezeigt hat: Dass die Community zum großen Teil möglichst einfach möglichst viele Funde haben möchte, das eigentliche Erlebnis, bei dem der Weg das Ziel ist, tritt immer mehr in den Hintergrund. Und das hat gravierende Auswirkungen auf die Cachevielfalt. Der Multi mit mehreren Stationen über mehrere Kilometer war noch nie sonderlich populär, wird aber durch die Ausbreitung von Lösungslisten zum einfachen Tradi, ebenso wie LBHs und Mysteries. Die „Lösungen“ von Earth Caches flattern auch durchs Netz.
Und das merken die Owner natürlich und fragen sich vermehrt, wozu sie überhaupt Aufwand betreiben sollen, wenn am Ende eh nach einiger Zeit nur noch „Nach einem kleinen Tipp gefunden“ oder „Auf der heutigen Tour auch diesen gefunden“ kommt, ganz gleich ob Leitplankentradi, Mystery oder Wanderletterbox. Oder gar nichts mehr, wenn die „Ausbeute“ in einem Wald zu gering ist und im Nachbarwald 10 Angeldosen locken.
Wie es weitergeht
Dazu kommt bei den Mysteries noch die Konkurenz durch Jigidi-Angelcaches, mit denen ohne eine Spur von ownerseitigem Extra-Aufwand beliebige D-T-Mystery-Kombis aus dem Hut gezaubert werden können, die entsprechend viele Besucher anziehen. Denn ob das Puzzle „Schneelandschaft von oben“ nun 10 oder 400 Teile hat, macht bei der Erstellung überhaupt keinen Unterschied.
Dann noch die Adventure Labs, die zum großen Teil gähnend langweilig und nahezu identisch aufgebaut sind, aber eben auch schnelle 5 Punkte vesprechen und im Gegensatu zu Wherigos wirklich schnell und einfach erstellt werden können
Am Ende läuft es darauf hinaus, dass die verschiedenen physischen Varianten auf „Tradi“ reduziert werden und die virtuellen auf „Adventure Lab“, da wird auch die mittlerweile jährliche Ausschüttung von 4000 Virtuals nichts dran ändern. Und bei den Events muss man mittlerweile Aufwand betreiben, um einen Timeslot zu ergattern, wenn man wirklich etwas veranstalten will, mit Location, Reservierungen und so.
In diesem Sinne: Bis bald am Tradi und happy pointing.