Sind Souvenirs kontraproduktiv und kommt Dosensuche aus der Mode?

Sind Souvenirs kontraproduktiv und kommt Dosensuche aus der Mode?

Auf den ersten Blick ist das eine seltsame Frage. Denn immer, wenn ein Souvenir ansteht, entfaltet die Community doch eine gewisse Aktivität. Events werden eingereicht und auch rege besucht. Und außerdem soll doch jeder das Spiel spielen, wie er es mag und wer keine Events mag, soll sie ignorieren, wo ist das Problem? Abgesehen davon, dass die erste These auch in der zweitausendsten Wiederholung nicht richtig wird, ist gerade die Kombination aus Events + Souvenirs durchaus problematisch:
Derzeit findet bei Ingress das Dark XM-Event statt, bei dem es Badges(das Äquivalent zu Souvenirs) zu erlangen gibt. Wer Ingress kennt, weiss, dass dass die Badges nicht mal eben so erlangt werden können, sondern den Spielern durchaus einiges abverlangen. Zusätzlich gibt es dieses mal noch eine weitere Hürde zu meistern: Die Badges werden nur freigeschaltet, wenn die gesamte Community bis zum Stichtag eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe meistert. Dieser Aufgabe entspräche beim Geocaching das Finden und Loggen von 400.000 Caches in einem Zeitraum von 5(!) Tagen.

Nun sind die Zahlenverhältnisse (und Mindestabstände) beim Geocaching etwas anders, aber wie würde die Geoaching-Community so eine Challenge angehen? Natürlich mit Events. Events, Events und noch mehr Events. Und nicht etwa mit dem Auslegen oder gar dem Suchen von Caches :shock: Events sind, und das ist unbestreitbar, die neuen Leitplankentradis. Und immer, wenn ein Souvenir angekündigt wird, werden binnen kürzester Zeit die ersten Events eingereicht. Und das ist das Problem:

Da die allermeisten Souvenirs durch eine Eventteilnahme erlangt werden können, besteht überhaupt keine Veranlassung für die Community, Geocaching zu betreiben, wenn das aktuelle Knibbelbild auch auf einem (Kurz-)Event erlangt werden kann. Groundspeak selbst fördert diese Entwicklung noch, eben indem die blosse Eventteilnahme schon wie ein Fund gewertet wird. Für Seattle selbst lohnt sich das, da die Logzahlen, auf die dort offenbar großen Wert gelegt wird, entsprechend hoch sind. Und da Events so schön einfach und praktisch in der Handhabung sind, haben sie vielerorts schon die Straßenranddosen als Standard ersetzt. Und was hat das für eine Auswirkung?

Es werden noch weniger Caches gelegt, selbst bei einfachen Tradis kann es mittlerweile vorkommen, dass der FTF nicht am Tage der Veröffentlichung erfolgt. Und wer geht denn noch für ein Souvenir Dosensuchen, wenn in der Nähe ein passendes Event ansteht? Natürlich gibt es Cacher, die lieber ‘ne Dose suchen als auf dem Parkplatz ein Eventlogbuch zu signieren und natürlich gibt es Owner, die noch Caches auslegen, keine Frage. Fakt ist aber, dass der Versuch, die Cacher zum Cachen zu bewegen, indem regelmäßig neue Souvenirs ausgespielt werden, gescheitert ist.

Zudem weigert sich das HQ immer noch, Ownerschaft, ohne die es gar kein Geocaching gäbe, zu belohnen, zu groß ist wohl die Angst vor einem Shitstorm aus den Reihen der Community. Nur: Ein Cache ist ein Cache, auch wenn er nicht aufgesucht wird, aber ohne Caches gibt es kein Geocaching. Oder anders gesagt: Owner brauchen keine Sucher, aber ohne Owner gibt es keine Sucher. Diese Erkenntnis scheint sich bei Groundspeak wohl auch nicht durchsetzen, solange die erforderlichen KPIs mit Hilfe von Nullevents erlangt werden können.

In diesem Sinne: Bis  bald im Wald und happy hunting!

 

2 Gedanken zu „Sind Souvenirs kontraproduktiv und kommt Dosensuche aus der Mode?

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