Angebot vs. Nachfrage

Angebot vs. Nachfrage

Oh, ein neuer Cache, da muss ich hin! Ah, Mist, ein Mystery. Na dann löse ich den halt mal. Ach herrje, ist das kompliziert. Was nun :???: Kommt Euch das bekannt vor? Ihr seid in Berlin und müsst, na was wohl, die Legogiraffe besuchen. Und was ist essentieller für einen Urlaub als der älteste, beliebteste oder bekannteste Cache in der Zielregion? Zumindest diese Frage lässt sich leicht beantworten: Land&Leute, Sightseeing, Kultur, Museen, Entspannung vielleicht auch fremde Biersorten – eine ganze Menge ist im Urlaub essentieller als Plastikboxen hinter Fallrohren zu suchen. Natürlich gehe ich auch im Urlaub cachen, aber ich plane meinen Urlaube nicht nach den Caches, sondern gehe die Caches an, die dort sind, wo ich hingehe. Also wird erst der Urlaub geplant und danach eine PQ gezogen. Ich nehme also gewissermaßen das lokale Cacheangebot an, aber ich brauche es nicht, es ist nice to have.

Und im normalen Cacheralltag sieht es auch nicht anders aus: Ich kann mir die neue Angelcacheserie oder den Quizmystery vornehmen, aber ich muss nicht. Niemand zwingt mich, Dosen zu suchen, es gibt keine Medaillen zu gewinnen und ein Wettstreit ist es auch nicht. Ich gehe cachen, wenn ich Lust darauf und vor allem Zeit habe. Abends kurz mal losdüsen für einen FTF – Wozu, der Cache ist auch am Wochenende noch da und büßt in der Zeit bis dahin nicht an Qualität ein. Er ist eben ein Angebot eines Owners an die Community, und die ist ja durchaus gespalten in der Akzeptanz von Angeboten: Während der Straßeneckenmikro in Hamburg nach einer Stunde alle Treppenplätze vergeben hat, muss der rurale Tradi vielleicht ein bis zwei Tage warten und beim Multi mit mehr als zwei Stationen hadern viele mit sich selbst, ob die Kosten(Zeit + Anfahrt) für einen Cache nicht doch zu hoch sind :???:

Nur frage ich mich dann doch: Wenn die Cacher zu einem großen Teil keine Zeit zum Cachen haben, warum sind sie dann Cacher? Und vor allem: Warum haben sie dann doch Zeit für TFTs oder Angelcaches, aber nicht für straßenferne Tradis oder längere Multis? Irgendwie sind wir ein sehr seltsames Völkchen. Was diesem Hobby wiederum – bei allen Unkenrufen – eine gewisse Würze verleiht :-)

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy Angebotsannahme!

 

2 Gedanken zu „Angebot vs. Nachfrage

  1. Hach. Dein Artikel spricht mir mal wieder aus der Seele. Cacher, die das genau anders herum machen, gibt es natürlich auch. Ich finde es immer wieder etwas seltsam auf Events mit dieser Cacherspezies zu reden: Leute, die an einem verlängerten WE so viele Caches finden wie ich im ganzen Jahr. Und dabei nicht von Caches sondern von Punkten reden. (Aber sie haben ja Spaß dran und darum finde ich das völlig ok. Wäre mir zu stressig.)

    Interessant fand ich übrigens den Groundspeakartikel mit der Planetensouvenirnachlese. Die meisten Caches wurden in Deutschland gefunden. Da frag ich mich: Ist das auch sonst so? (Und spiegelt sich darin ein relativ hoher Anteil an Statistikcachern an der Gesamtcacherpopulation wider?) Oder ist der deutsche Dufchschnittscacher im internationalen Vergleich einfach besonders leicht mit Souvenirs zu ködern?

  2. Bei den Unkenrufen fühlte ich mich irgendwie angesprochen ;)
    Deine Sichtweise zum Thema Cachen & Urlaub kann ich zu 100% unterschreiben. Natürlich plane ich keine Reisen nach Caches, denn mich interessieren die Länder, die Regionen, die Leute und die Landschaften. Geocaching nutze ich dann vor Ort gerne als zusätzlichen Reiseführer.

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