No fear – Hab’ doch keine Angst vorm Multi

No fear – Hab’ doch keine Angst vorm Multi

Im lange angedrohten Nachtrag zur letzten Folge der Akte Cache beschäftigen wir uns heute mit dem Spannungsfeld zwischen Multis und Tradis. Multis wurden und werden mit gemischten Gefühlen betrachtet, einige lieben sie, andere ignorieren sie, wieder andere lehnen sie komplett ab. Auch Owner blicken mit gemischten Gefühlen auf diese Spezies. Der Grund ist meiner Auffassung nach der, dass beim Multi Aufwand, aber eben auch Spass über dem Durchschnitt liegen. Lässt man die sich immer weiter verbreitenden Kurz-, Mikro- und Kurzmikromultis außen vor, könnte man auch sagen, dass Cacher Angst vor Multis haben :shock: Aber warum? Wir blicken zunächst einmal auf die Multiablehner in der Cacherschaft. Hier ist der Tenor, dass eine Tradiserie viel besser sei, denn: Wenn bei einem Multi eine Station ausfällt, ist der ganze Aufwand vergebens und man muss ohne Fund von dannen ziehen. Bei einer Tradiserie von 10 Caches macht es gar nichts, wenn der eine oder andere Cache weg ist, man hat ja sein Erfolgserlebnis. Aber was ist Erfolg?

Geocaching ist kein Wettbewerb, kein Wettstreit, nicht einmal ein Spiel, sondern ein Hobby. Und wenn ich nach 2 Stunden im Wald abbrechen muss, war ich immer noch zwei Stunden im Wald an der frischen Luft. Und: Der Ausfall einer Station bedeutet nicht zwangsläufig das Ende. Manchmal kann man die nächste Station auch so finden, dafür braucht es “nur” ein wenig Geduld und Instinkt, denn jeder Owner hat seine Handschrift bei Verstecken, wenn Ihr  diese erkennt, zB. dass Stages immer an künstlichen Objekten in der Nähe von Kreuzungen zu finden sind, folgt einfach der Route und achtet auf  entsprechende Anzeichen. Es klappt natürlich nicht immer, ist aber Geocaching deluxe, ohne GPS Schätze finden und in der Natur unterwegs sein. Am Ende des Tages steht dann immer noch eine schöne Wanderung.
Selbiges gilt, wenn Koordinatenfragmente gesammelt werden und am Ende eines fehlt. Wie man mit fehlenden Fragmenten umgeht, ist im Artikel “ABC-Mysteries entschärfen” beschrieben, es ist dasselbe Prinzip. Und ist es wirklich besser, alle 200 Meter einen Petling aufzusammeln und die meiste Zeit der Tour auf den GPSr zu starren :???: Wir sind Cacher, keine Dosensammler ;-)

Und wie sieht es auf Ownerseite aus?
Viele Owner scheuen den Aufwand, der Duktus ist interessanterweise dem der Sucher recht ähnlich: Wenn eine Station ausfällt, funktioniert der Multi nicht mehr und ich muss ihn reparieren. Wenn bei der Tradiserie ein Cache verschwindet, gerate ich nicht gleich unter Druck. Was ist davon zu halten? Wenig: Denn auch ein Tradi muss gewartet und gepflegt werden, auch wenn viele Owner ihren Cache beim Auslegen das letzte Mal zu Gesicht bekommen und sich danach nicht mehr um ihn kümmern. Für solche Wartungsverweigerer ist ein Multi natürlich nichts ;-) Wie eingangs erwähnt ist bei Multis der Aufwand höher, mindestens eine Wartungsrunde pro Jahr sollte schon eingeplant sein, er macht aber auch mehr Spass. Jedenfalls mehr als das stumpfe Auswerfen von Petlingen. Ihr könnt im Verlauf des Multis eine Geschichte erzählen oder den Multi an einer Geschichte über eine Schatzsuche aufhängen, ein Thema abhandeln oder einfach nur eine schöne Wanderstrecke präsentieren. Das geht mit einer Tradiserie auch, beim Multi ist aber zum Einen und naheliegenderweise der Zusammenhang klarer und zum Anderen gibt es einen handfesten, praktischen Grund: Die Wartung ist bei einem Multi kritischer, dafür ist sie seltener notwendig, weil – siehe oben – einfach viel weniger Cacher vorbeikommen.

Ihr bedient mit Multis eine Klientel, die gute Caches zu schätzen weiss, nicht nur auf schnelle Funde aus ist und auch die Muße hat, auch mal einen Augenblick länger nach einer Stage zu suchen und nicht gleich alles zerpflückt. Wenn nicht gerade eine Stage gemuggelt wird, kann so ein Teil jahrelang ohne größere Reparaturen existieren, selbst ein Logbuchwechsel ist nur alle paar Jahre notwendig – vorausgesetzt, Ihr habt ein echtes Logbuch in einem vernünftigen Behälter – Logstreifen werden weniger pfleglich behandelt und gehen irgendwann kaputt.
Wir halten fest: Geocaching ist kein Leistungssport, nicht mal ein Spiel, sondern eine Freizeitbeschäftigung. Und da kann und sollte man auch einmal die Muße haben, sich etwas mehr mit den eigenen Caches auseinanderzusetzen, nicht einfach irgendetwas auswerfen, nur um das Spiel am Laufen zu halten. Der Lohn der Mühe sind dann FPs(wenn man das als Lohn ansehen mag), gute Logs und das schöne Gefühl, die Cachelandschaft wirkllich bereichert zu haben. Denn das hält das Geocachen am Leben, nicht die zehne Bi****aserie und auch nicht das 20. Erlange-ein-Souvenir-Event.
In diesem Sinne:
Bis bald im Wald und happy hunting!

2 Gedanken zu „No fear – Hab’ doch keine Angst vorm Multi

  1. Oft habe ich als Owner das Gefühl, dieser Cachetyp läuft unter dem Motto : “Der Multi – das unbekannte Wesen” 😂
    Eigentlch dachte ich, das ein probates Mittel, die Frequenz im wenig wartungsintensiven Bereich zu halten, ein PM-only sei. Viel wirkungsvoller ist es jedoch, ins Listing zu schreiben, das es sich um eine schöne x km-Runde handelt und schwupppps kommen nur noch echte Liebhaber. Meistens lassen die dann auch ein schönes Log da.
    Owner❤️ – was willst du mehr !

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