Digitale Klootstöcke
Kennt ihr das auch? In eurer Hood laufen Cacher herum, die jedes Fundlog mit einem Selfie, einem Foto vom Logbuch oder einem Selfie und einem Foto vom Logbuch garnieren. Das kann man je nach Gemüt lustig, peinlich, mysteriös oder sonstwas finden oder auch einfach nur achselzuckend zur Kenntnis nehmen. Aber manchmal lohnt es sich doch, einmal genauer hinzuschauen (zur Abwechslung mal mit wenig Zahlen):
Am letzten Wochenende hatte ich genau einen Cache auf dem Kieker, einer dieser Mysteries, an denen man ewig herumknobelt, bis es dann doch klappt und den man dann auch wegfinden will, damit dieses ### Fragezeichen endlich von der Karte verschwindet. In diesem Fall war das letzte Fremdlog über ein Jahr her und ein DNF. Danach ein Wartungslog des Owners, das aber auch über ein Jahr her war.
Es gab also durchaus die Option, sehr lange suchen zu müssen und/oder mit einem DNF von dannen ziehen zu müssen, zumal ich die Umgebung des Caches überhaupt nicht kannte (Ja, auch nach über 15 Jahren kann man noch neue Wege in der Homezone beschreiten). Vor Ort war die Situation nicht ganz so dramatisch, eigentlich recht überschaubar, ein Redder mit Abzugsgräben an beiden Seiten, also kein wüster Bewuchs in Form von Dornenhecken oder dergleichen.
Trotzdem suchte ich hier eine ganze Weile, zumal der Hint sich nur auf die Dose, nicht aber auf das Versteck selbst bezog. Szenetypisch gab es in den letzten Logs keinerlei interessante Informationen, wobei das nicht ganz stimmt: Die gab es, aber nicht auf dem GPSr, das nur die letzten X Einträge anzeigt. Und die wertvollen Hinweise gab es bei X+2. Tja, Glückwunsch, liebe Handycacher, 1:0 für euch ![]()
Irgendwann zückte ich dann doch das Smartphone, kam nicht auf die Idee, ältere Logs zu lesen, sondern schaute mir die Logfotos an.
Jau, ein paar Tierbilder und ein Logbuchfoto, also nichts… aber halt, was war das? Im Hintergrund waren zwei Dinge zu erkennen: Zum einen der Draht eines Weidezauns – damit war schon einmal klar, auf welcher Seite des Weges das Döschen liegt. Und zum anderen, dass das Foto sehr dicht vor dem Zaun aufgenommen wurde – das hieß: auf der anderen Seite des Abzugsgrabens. Und damit war die Sache dann klar und ich schaffte die zweimalige Überquerung des Grabens sogar fast uneingedreckt, vielleicht sollte ich mich doch mal mit Klootstockspringen befassen.
Das klingt jetzt erst mal nicht so spannend; das Durchblättern von Logfotos kann bei Mysteries durchaus hilfreich sein, wenn man zumindest grob die Umgebung eingrenzen kann (und damit bei der Finalformel Werte einsetzen kann, ohne sie zu errätseln), oder auch, um eine verlorene Spur bei einem Multi wieder aufzuehmen. Und, ja, zugegeben, auch schon mal eine Vorschau Finalumgebung zu erhalten. neu für mich war, dass auch ein Logbuchfoto helfen kann.