Deus ex machina – mit KI zum Ziel
KkHabt ihr auch diesen einen (oder mehrere) Cache(s) in eurer Homezone, der euch seit Jahren ungefunden anlächelt? Sei es, weil es ein Mystery ist, bei dem ihr keinen Plan habt, ob es nun ein im Wald versteckter Nano ist, den scheinbar jeder außer euch problemlos findet, oder dieser Multi, bei dem ihr nicht weiterkommt? Den ihr aber auch nicht auf die Ignoreliste packen mögt? Und den ihr auf Biegen und Brechen ohne fremde Hilfe machen wollt?
So einen Cache habe ich endlich abräumen können:
Gelegt in 2020 und seitdem nicht einmal 50 Funde, das ließ nichts Gutes erahnen. Jetzt weiß ich, dass es nicht unbedingt das Rätsel und dessen Abwesenheit auf Lösungslisten ist, sondern die absolute Alleinlage mit einem nächsten Nachbarn, der über 10 Jahre alt ist – und das bei über einem Kilometer Luftlinie zum nächsten halbwegs aktuellen Cache in einer ohnehin schon dünnbedosten Gegend.
Ein Cache also, der wohl auch nicht viel mehr Besucher hätte, wenn er als Tradi mit roter Leuchtfarbe markiert zu pfeifen beginnen würde, wenn ein Cacher in der Nähe ist. Und der mich über 6 Jahre lang süffisant anzugrinsen schien, nach dem Motto „Das wird nie was“.
Nun, vor ein paar Tagen startete ich einen weiteren Anlauf, dieses Mal mit Unterstützung von Gemini, nachdem ich in letzter Zeit vermehrt Erfolgserlebnisse damit hatte. Zwar hat Gemini auf Anhieb „nur“ zwei Ratehaken (inklusive der Zielkoordinaten) gelöst, schafft es mittlerweile aber – wenn auch bei Weitem noch nicht immer –, einen im Prompt beschriebenen Lösungsweg erfolgreich zu beschreiten.
OK, in diesem Fall verrannte es sich zunächst auch beim Rätsel und lieferte völlig falsche Koordinaten. Die waren zwar anders falsch als alles, was ich im Laufe der Jahre errechnet hatte, aber eben auch falsch.
Ich gehe bei der Arbeit mit Gemini so vor: Ich lasse es erstmal werkeln und gebe Feedback in Form von „Diese Koordinaten sind nicht valide“ oder „Die Koordinaten können nicht stimmen“, wenn sie auf der Karte irgendwo im Nichts landen. Die Erläuterungen von Gemini lese ich erst, wenn die Koordinaten gut aussehen. So wie hier:
Irgendwann gab es plötzlich einen Sprung und Gemini lieferte Koordinaten, die zwar nicht den Checker überzeugten, aber sehr dicht am Rande eines Feldweges lagen. Und auch in den folgenden Durchläufen hatte es sich mehr oder weniger auf diese Ecke eingependelt.
Jetzt fing ich endlich an, die Erläuterungen zu lesen und hatte einen Kopfklatschmoment: Gemini hatte das eigentliche Rätsel schon längst gelöst, aber den Lösungsweg nicht konsequent verfolgt, vermutlich aufgrund meines Feedbacks. Das Rätsel selbst ist eine klassische Nebelkerze, bei der das ganze Listing darauf ausgelegt ist, den Fokus vom eigentlichen, eigentlich einfachen Lösungsweg weg zu einem anderen zu lenken, der in einer Sackgasse landet. Sowas mag ich ja, auch wenn ich mir daran die Zähne ausbeiße.
Der finale Prompt – „Versuche mal, das nicht als (…) sondern als (…) zu lesen“ – führte dann nach ein paar Sekunden zu den richtigen Koordinaten, meine Güte.
Ob das nun legitim oder toll ist, Rätsel (halb) automatisiert zu lösen, soll jeder für sich selbst entscheiden, ich habe da kein Problem mit (und lasse Gemini auch meine eigenen Rätsel checken). Aber das soll hier nicht Thema sein. Für die KI-Hater hier gibt es auch noch einen Spoiler: Einer der nächsten Beiträge dreht sich darum, wie man sich erfolgreich mit KI zum Löffel macht.
In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!