Vanitas Securitatis: Das Checker-Dilemma

Vanitas Securitatis: Das Checker-Dilemma

Heute hatte ich ein Déjà-vu. Ein Langstrecken-Foto-Multi kam heraus – und der Owner war nach kurzer Zeit irritiert. Was war los? Als Service an die fleißigen Sucher wurde eine GC-App erstellt, mit der die abgelesenen Ergebnisse überprüft werden können. Wenn alles richtig ist, gibt es die Koordinaten. So weit, so gut, wo ist jetzt der Haken?

Bei einem Fotomulti wird man zu verschiedenen Wegpunkten geführt und ordnet diesen Bilder aus dem Listing zu. Jedem Bild ist eine Zahl zugeordnet, so erhält man A, B, C etc., gibt das in eine Finalformel ein und bekommt die Zielkoordinaten. So weit, so gut, ein unzählige Male bewährtes Konzept. Da jedem Bild eine Zahl zugeordnet ist, hat man eine überschaubare Menge von möglichen Werten für A, B, C etc.

Jetzt das Problem: Sobald ein Checker vorhanden ist, mit dem die Werte(und nicht etwa die Finalkoordinaten) geprüft werden können, kann man diesen natürlich auch nutzen, um durch systematisches Herumprobieren die richtigen Zuordnungen herauszufinden, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Edge case 1: Ist die Checker-App so eingestellt, dass alle richtigen und falschen Versuche angezeigt werden, braucht man maximal (Anzahl der Bilder) Versuche, indem man erst in alle Felder den Wert des ersten Bildes eingibt, dann den Wert des zweiten Bildes usw. In jedem Versuch findet man eine Zuordnung heraus oder eben, dass das aktuelle Bild nicht zur Tour gehört.

Edge case 2: Stellt man die Checker-App hingegen so ein, dass alle Werte richtig sein müssen, benötigt der Checker-Hacker bis zu (Anzahl der Bilder)!, also bei 10 Bildern 10 · 9 · 8 · 7 · 6 · 5 · 4 · 3 · 2, was ungefähr 3,6 Millionen Versuchen entspricht. OK, damit sind die Couch-Löser dann ausgesperrt. Nur: Die Cacher, die sich auf der Tour irgendwo vertan haben, sind damit auch ausgesperrt, weil sie keine Chance, haben herauszufinden, wo sie den Fehler gemacht haben.

Bei gc-apps.com kann man ein paar weitere Prüfarten wie „X von Y falsch“, „Genaue Angabe (wenn nur 1 falsch ist)“ und ein paar andere einstellen, um einen guten Kompromiss zwischen „Hilfestellung für Cacher“ und „Einfallstor für Couch-Löser“ zu finden, hier ein paar Beispiele(Screenshots: gc-apps.com):

„Richtig oder falsch“
„Genaue Angabe“
„Genaue Angabe wenn nur 2 falsch sind“

Meine Empfehlung: Lasst solche Wertechecker einfach weg, ein einfacher Koordinatenchecker für die Finalformel reicht völlig aus. Wenn man sich auf einem Langstreckenmulti vertut und das erst viele Kilometer weiter bemerkt, ist das zwar sehr ärgerlich, aber eben auch eine persönliche Fehlleistung(Mein eigener Rekord ist bisher 2 Kilometer am Ziel vorbei, aufgrund einer falsch abgelesenen Formel und dann auch noch Koordinaten am Wegesrand). Und gute Buchführung ist das A und O bei einem Multi, eben um sicherzugehen, das Richtige notiert zu haben. Das gilt auch für physische Stationen, an denen es Koordinaten gibt: einfach notieren und zur Sicherheit noch ein Foto machen, dann kann ein sich einschleichender Fehlerteufel sich nicht lange verstecken.

Man kann alternativ auch mit der Quersumme NORD und der Quersumme OST oder dergleichen eine Sicherheit bieten, aber damit ist es für die Couch-Löser dann oft auch wieder etwas einfacher. Zumal ein paar Zuordnungen eigentlich immer mit entsprechendem Kartenmaterial oder Formelmathematik gefunden werden können – bei N 53° 4A… beispielsweise wird A ganz eindeutig eine einstellige Zahl sein.

Und zu guter Letzt: Wer schummeln will, wird es auch schaffen. Und: Irgendwann flattern die Finalkoordinaten eh in der Gegend rum, und spätestens dann sind alle Überlegungen zum „Schummelschutz“ Makulatur.

PS: Wobei ich hier gar nicht von Schummeln reden mag, das ist nur eine andere Herangehensweise zum Lösen eines Problems. Aber ich weiß, dass die Ansichten da weit auseinandergehen und dass Cacher, die das Teil wie vorgesehen angehen, auch damit Probleme haben. Im aktuellen Fall habe ich die Finalkoordinaten tatsächlich schon „ercheckt“, aber aus Respekt vor den Radlern(Es ist ein Fahrradmulti) darauf verzichtet, den FTF einzusacken.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

 

 

 

 

 

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