Unordnungsgemäß erlangtes Souvenir

Unordnungsgemäß erlangtes Souvenir

Am Samstag war es soweit: Ein neuer Cache in einem meiner Lieblingswälder kam heraus: Ein einfacher Mystery mit einer netten Dose am Final. Zeitlich konnte ich es unterbringen, den zu lösen und am selben Tag zu besuchen. Und damit auch das March Equinox 2026 einzusacken. Aber Moment:

Die Tag- und Nachtgleiche (und damit Frühlingsanfang) war am Freitag. Wie konnte ich dann das Souvenir am Samstag erlangen? Ja, eine rhetorische Frage, denn das Souvenir konnte man ja im Zeitraum vom 19. bis zum 22. März erlangen. Gleiches galt auch für den Pi-Tag, der sich über drei Tage erstreckte und wird auch für den Sonnenwende-Tag, den Herbstanfangstag, den Weltpostkartentag und vermulich alle anderen noch kommenden Souvenirtage gelten. Aber warum eigentlich?

Klar, damit möglichst viele Cacher die Gelegenheit bekommen, das Souvenir zu erlangen, wenn sie am eigentlichen Souvenirtag keine Zeit haben, wird der Eventtag auf einen Zeitraum verlängert, der auch das Wochenende umfasst. Aber warum eigentlich (2)?

Viele meiner geschätzten Geocachingkolleginnen und -kollegen haben bekannteraßen keine Zeit, einen Multi zu spielen oder für einen einzigen Tradi den halben Wald zu durchqueren. Ist auch völlig ok. Nur: Warum räumt man ihnen dann ein sehr großzügiges Zeitfenster für die Souvenirs ein? Was sind Souvenirs eigentlich? Wird sich irgendwer da draußen in einem Jahr die eigene Souvenirübersicht anschauen und sagen, „Hachja, Pi-Day ’26, Jigidi-Angeldose #4, das war ja was“? Wohl kaum.

Wenn Souvenirs hingegen virtuelle Fleißbienchen sind, kann es nicht schaden, fürs Erlangen auch ein wenig Anstrengung einzufordern, und wenn es nur ist, nach Feierabend noch mal eine AWC-Dose für das jeweilige Tagessouvenir zu besuchen. Gut, die 14 Pi-Day-Dosen im Eventzeitraum waren eine Herausforderung. Aber eine Dose, gefunden ausschließlich am 14.3., hätte es auch getan. Meinetwegen auch mit drei angepappten Souvenirs, also Pi-Day-Such-Souvenir, Pi-Day-Fundsouvenir und Pi-Day-Logsouvenir, hätte auch niemanden gestört.

Auf der anderen Seite sind Souvenirs schon seit langer Zeit nichts Besonderes mehr, viele kriegt man durch regelmäßiges Cachen sowieso und wenn der XYZ-Tag aufs Wochenende ausgedehnt wird, erst recht. Dreistellige Souvenirzahlen sind nichts Ungewöhnliches und fast schon zwangsläufig, wenn man regelmäßig loszieht.

Erinnert sich noch wer an „31 Days of Geocaching“ von 2013? Das war wirklich eine Herausforderung, 31 Tage am Stück cachen zu gehen (wenn man nicht beim jeweiligen Logdatum gemogelt hat), so eine Herausforderung scheint Groundspeak der heutigen Community aber nicht mehr zumuten zu wollen, das wäre heute vielleicht eher sowas wie „Logge von Mai bis September an 31 verschiedenen Tagen eine Dose oder nimm an einem Event teil, um bis zu 31 August-Souvenirs zu erlangen“.

Aber vielleicht hat sich die ganze Souvenirsache mittlerweile auch verselbstständigt und wird im HQ gar nicht mehr großartig hinterfragt, sondern gehört einfach mit dazu. Dann stellt sich aber auch die Frage, ob Souvenirs wirklich dazu beitragen, dass die Leute mehr (oder überhaupt) cachen gehen. Letzten Endes ist es aber auch egal.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

Ein Kommentar zu „Unordnungsgemäß erlangtes Souvenir

  1. Ich halte es für sinnvoll, für die Souvenirs das Loggen an mehreren Tagen anzubieten.
    Nicht jeder arbeitet von 8 bis 16 Uhr, insbesondere im Winterhalbjahr ist es früh dunkel und nicht jeder möchte im Dunkeln suchen.
    Es gibt auch andere Gründe, die einen an einem ganzen Tag vom Cachen abhalten.
    Und manchmal läßt das Wetter keine Cachesuche zu. Wer möchte schon, daß seine Caches im strömenden Regen geloggt werden?
    „Liebe Owner*in, es hat zwar 20 mm/h geregnet aber wegen des Souvenirs mußte ich den Cache heute loggen. Bitte fahre hin, trockne alles und tausche das Logbuch aus“
    „Liebe Owner*in, der Cache war festgefroren. Wegen des Souvenirs mußte ich ihn gewaltsam öffnen. Bitte fahre hin und tausche die Dose aus“

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