Der Spuk vom Dosinger Moor

Der Spuk vom Dosinger Moor

Hinweis: Nick- und Cachenamen sowie Ortsbezeichnungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit realen Geschehnissen und Personen sind manchmal unvermeidlich, da die geschilderten Fälle auf wahren Begebenheiten beruhen.

Schon seit einiger Zeit hatte Adalbert Meier das merkwürdige Gefühl, dass im Dosinger Moor etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Der April- eigentlich der Beginn der Hauptsaison –  war schon vorbei und es war kein einziges Log am Multi der Schatz im Dosinger Moor aufgelaufen, dabei hatte die letzte Inspektion erst im März stattgefunden und bis auf ein wackeliges Straßenschild an Station 4 hatte der Cache den Winter gut überstanden. Da die drei anderen Tradis auf dem Trail hingegen regelmäßig gefunden wurden und es ein schöner, sonniger Tag war, beschloss Adalbert spontan, eine Extra-Wartungsrunde einzulegen. Schon an Station 2 erlebte er die erste Überraschung: Der Hinweis – ein transparenter Pet mit verklebtem Deckel und Gebüschtarnung – war offenbar vor einiger Zeit einer unbekannten, sehr großen Krafteinwirkung ausgesetzt gewesen. Rabauken, dachte Adalbert sich zunächst, bis ihm auffiel, dass der Deckel ja wieder notdürftig verschraubt war. Zwar war der Hinweis noch zusätzlich einlaminiert, hatte aber auch schon gelitten, weil er augenscheinlich aus dem Pet entnommen, dreimal gefaltet und wieder zurückgesteckt wurde, anstatt einfach leicht eingerollt hineingesteckt zu werden, wo er von außen gut lesbar war. Irgendwann später war die Laminierung aufgeplatzt und der Hint hatte Wasser gezogen, zwar noch lesbar, aber akut von Siff bedroht.

Adalbert zog weiter entlang des Trails. Die Station 3 war in Ordnung, hier hatte sich das Verwenden einer sehr reißfesten Schnur offenbar gelohnt. Dann kam Station 4. Schon als diese in Sichtweite kam, beziehungsweise nicht in Sichtweite kam, schossen Adalbert verschiedene Gedanken durch den Kopf: Hatte die Gemeindeverwaltung das Schild abmontiert? War der NSG-Status des Gebietes aufgehoben worden? Beim Näherkommen wurde des Rätsels Lösung offenbar: Wie an Station 2 hatte hier eine enorme Kraftwirkung auf das Schild  stattgefunden und es aus dem Boden gerissen. Schnell untersuchsuchte Adalbert das Standrohr, der Hinweis – ein magnetisches Plättchen direkt unter der Befestigungsschelle – war noch da, an exakt derselben Stelle wie im März, ein eindeutiges Zeichen dafür, dass seitdem kein Cacher mehr den Hinweis gefunden hatte. Nur: Welche Kraft war hier am Werk? Da keine Logs aufgelaufen waren, blieb nur eine Erklärung übrig: Adalbert lief es eiskalt den Rücken herunter, plötzlich war der Tag nicht mehr so sonnig, selbst die Vögel schienen verstummt zu sein: Hier musste ein Poltergeist am Werk sein, oder irgendeine andere destruktive Kraft!

Ärgerlich wischte er den Gedanken beiseite, das waren sicher irgendwelche Halbstarken gewesen, die ihre Kraft an einem arglosen Schild erproben wollten. Er machte sich schnellen Schrittes auf den Rückweg. Zuhause angekommen deaktivierte er den Cache und machte sich daran, einen neuen Hinweis zu erstellen und einzulaminieren. Danach ging er in den Keller, um Tarnmaterial zu besorgen. Als er wieder am Basteltisch war, sah er, dass er eine neue Mail bekommen hatte. Er öffnete sie, es war eine Ownernotification:

[Log] Owner: MrCacheBoombastic posted a note for der Schatz im Dosinger Moor (Multi-cache)

Na endlich reagiert der OWner mal. War schon zweimal da ohne fund. Unglaulbich was sich so manche Owner denken. PS: Das mit dem Schild war ich nciht. Aber das der Hinweis weg ist ist ja klar.

Adalbert war sich zwar sicher, in den letzten Wochen keinerlei NMs oder DNFs für diesen Cache erhalten zu haben, schaute aber zur Sicherheit noch einmal nach: Nein, das letzte Log für diesen Cache war ein Fundlog vom Oktober letzten Jahres. Dieser MrCacheBoombastic, immerhin ein gestandener Cacher mit über 10000 Funden würde doch nicht ernsthaft einen transparenten, versiegelten Petling aufbrechen und ein Schild so lange traktieren, bis es aus der Verankerung flog? Oder vielleicht doch? Oder doch Spuk? Adalbert griff zu der Visitenkarte auf dem Tisch, die er vor einiger Zeit von Box Mulder bekommen hatte und wählte die dort angegebene Nummer…

 

Ein Gedanke zu „Der Spuk vom Dosinger Moor

  1. Schöne (evtl. wahre) Geschichte.
    Kann mir aber nicht vorstellen, dass Cacher so was machen.
    Muss wohl doch irgendeine übernatürliche Kraft gewesen sein.
    ;-)

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