Communicabilia – ein paar Gedanken zu Shareables
Ja gut, ich gebe es zu: Als die Shareables rauskamen, rollte ich mit den Augen. Nach Wagenladungen von Souvenirs und Treasures nun eine neue neue Art von Sammelbildchen, irgendwo zwischen Cachebanner und Souvenir angesiedelt. Und kostenpflichtig obendrein. Fällt denen denn echt nichts besseres ein?
Nachdem die erste Aufregung sich etwas gelegt hat, möchte ich mich mit genau dieser Frage befassen: Fällt denen (echt) nichts besseres ein? Es wurde ja im Blog direkt gesagt, dass die Shareables eine zusätzliche Einnahmequelle werden sollen.
Die Zeiten des starken Wachstums sind seit Mitte der 2010er Jahre vorbei und vielleicht ist es kein Zufall, dass seitdem Unmengen von Souvenirs auf uns niederregnen. Die Souvenirs, aber auch die Treasures zielen ganz eindeutig auf die Stammkundschaft ab. Oder kennt ihr jemanden, der mit diesem Geocatching angefangen hat, weil es da digitale Souvenirs gibt?
Der ARPU(Average Revenue per User) gibt an, wieviel Umsatz ein Unternehmen pro Kunde in einem bestimmten Zeitraum macht, womit man schätzen kann, wie sich der Umsatz in der Zukunft entwickelt.
Wie sich die Nutzerzahlen bei Groundspeak entwickelt haben, weiß nur Groundspeak. Aus den offiziellen Jahresrückblicken lässt sich folgendes entnehmen: 1,6 Millionen Cacher haben in 2025 mindestens einen Cache gefunden, das sind übrigens so viele wie im letzten Jahr vor Corona(2019). 2024 waren es ebenso wie 2023 1,8 Millionen und 2022 1,9 Millionens8u. Diese Zahl sinkt also nach einer Belebung durch die Corona-Einschränkungen.
Und: mit „mindestens einen Cache gefunden“ ist die Messlatte schon sehr tief gelegt, die Vermutung, dass die Anzahl der aktiven Nutzer, unabhängig davon, ab welcher Aktivität man als Nutzer „aktiv“ ist und auch Geld ausgibt, sinkt, ist naheliegend.
Nun ist Groundspeak ein kommerzielles Unternehmen, das mindestens kostendeckend arbeiten muss. Und kein gemeinnütziger Verein. Also ist es nur konsequent, neue Einnahmequellen neben den bestehenden(PM, Lizenzgebühren, Partnerschaften, GeoTours etc.) zu erschließen.
Da passen die Shareables ganz gut ins Konzept, zum Einen spülen die mit 9,99 – 17,99 € fürs erste Jahr gleich Geld in die Kassen und danach, wenn sie sich durchsetzen, noch einmal 1,66 bis 2,99€ pro Monat. Und da viele Cacher sich auch auf Souvenirs und Treasures einlassen, kann das auch funktionieren. Man muss die Shareables nicht mögen, erstellen oder sammeln, ich halte es da wie Micha, mit der Ausnahme, dass ich derzeit keine Veranlassung sehe, Shareables zu buchen.
TL;DR: Groundspeak muss als Unternehmen Gewinne erwirtschaften, deswegen machen Shareables als Mittel zur Generierung neuer Einnahmen Sinn.
In diesem Sinne:
Bis bald im Wald und happy hunting!
PS: Ja, das Teaserbild ist an eine Filmszene angelehnt.
2 Kommentare zu „Communicabilia – ein paar Gedanken zu Shareables“
Moin,
ich mag die neuen Shareables und den Preis finde ich legitim. Sie könnten auch jedes Jahr die Mitgliedschaftsbeiträge erhöhen. Ich habe auch das Gefühl das sie schon recht gut ankommen, die Dosen die ich bei mir damit belegt habe werden stärker frequentiert als vorher. Ich freue mich ebenfalls über ein neues Klebebildchen egal ob Souvenir, Treasure der eben ein Shareable.
Das schöne ist ja man muss das nicht mitmachen, jeder so wie es ihm/ihr gefällt.
Gruß in den Norden, Micha
Es ist legitim, dass GS Geld verdienen will.“, mir ist aber bei den Shareables der Gegenwert einfach zu gering fürs Geld. 1,66 €/Monat sind immerhin eine halbe Jahres-Premiummitgliedschaft, und da wird mir für das doppelte Geld deutlich mehr geboten.
Oder lass es mich so sagen: ich würde lieber 20 € für die Legemöglichkeit weiterer Virtuals bezahlen als für die bunten Bildchen.