Trend: T5er für alle, die keine T5 können

Special Tool Draisine required?

Wie das Geocachinghandbuch neulich vermeldete, sind T5-Caches auf dem aufsteigenden Ast. Neben dem wirklich klasse gewählten Beitragstitel wird dort auch auf die Motivation des T5ens eingegangen und darauf, dass T5er immer mehr werden. Im Vergleich zur Gesamtzahl gelegter Caches ist deren Anzahl zwar immer noch recht überschaubar, aber dennoch steigend. Wie regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, habe ich gewisse  Probleme mit T5-Caching, bzw. einer Untergruppe davon ;-) Es ist nicht so, dass ich den Ärger übers Mitloggen nicht nachvollziehen kann, aber manchmal scheinen mir einige(nicht alle) T5-Owner doch recht abgehoben zu sein :???: Nun, seit einiger breitet sich neben den vertikalen Leitplanken noch eine andere, von echten Kletterern nicht ganz so geschätze Cachesorte aus: Die Rede ist von Angelcaches, bei denen die Dose oder weniger bequem vom Boden aus geangelt werden kann. Diese sind sehr oft als T5 gelistet, und das finde ich schon interessant, denn dafür gibt es keinen logischen Grund. Na gut, es gibt einen, aber dazu später mehr ;-)

Wer sich bei der D-T-Einstufung seines Caches nicht sicher ist, findet auf der deutschen Reviewerseite ein Formular, dessen Auswertung zumindest als Anhaltspunkt dienen kann. Klickt man dort Wird für die Cachesuche eine spezielle Ausrüstung benötigt? an, ist der resultierende Cache grundsätzlich ein T5, und das wird auch gleich erläutert:
Erfordert spezielle Ausrüstung, Fähigkeiten oder Erfahrung (Boot, 4WD, Kletter- oder Tauchausrüstung etc.) oder es ist anderweitig sehr gefährlich.

Von Angeln steht dort nichts, dafür aber etwas von gefährlich. Dass jemand, der ungeübt und  ungesichert auf eine Baum klettert, sich in Gefahr bringt, ist klar. Auch ein Ausflug mit dem Paddelboot kann böse enden, wenn man weit vom Ufer entfernt kentert und dann in Panik verfällt. Man muss jetzt nicht auf dem Wort gefährlich herumreiten. Aber aus der Erläuterung wird doch klar, dass es sich bei T5ern um Caches handelt, die körperlich herausfordernd sind und eine gewisse Übung erfordern und die eben nicht jeder meistern kann. Das alles gilt für Angelcaches nicht, die einzigen konkreten Gefahren sind, dass man den Cache nicht gepflückt bekommt oder am nächsten Tag vielleicht Schmerzen im Arm hat, alles andere ist rein hypothetisch.

Bei der T-Wertung dieser Angelcaches wird also primär auf  die „spezielle Ausrüstung“ verwiesen. Nur ist mit dieser Begründung jeder Cache, der irgendein Werkzeug braucht, sei es nun Schraubenzieher, UV-Lampe, Haken oder Magnetstock, als T5 zu werten – wie sinnhaft das ist, mag jeder für sich selbst beurteilen ;-)

Für mich riecht das alles aber eher danach, die Matrix im rechten Bereich ohne größere Anstrengung zu füllen, was mit einer Cacheangel natürlich wesentlich einfacher ist als mit einer meterweit geschleppten Teleskopleiter oder gar echter Kletterausrüstung :shock: Insofern kann ich den Unmut einiger  selbst(!) kletternder T5-Enthusiasten über diese Sparvarianten schon nachvollziehen. Aber: Genau wie nachgebaute Vogelhäuschen, Wasserreinkippcaches und Plexiglaswürfel sind diese Angelcaches einfach momentan äußerst hipp, aber das ändert sich. Mit zunehmender Verbreitung solcher Trendcaches lassen irgendwann Finderenthusiasmus und die Favoritenschauer nach und dann sind es einfach nur noch Standardvarianten – originell sind bei solchen Teilen nur die ersten ihrer Art in einer Region. Ich für meinen Teil nehme statt der Angel lieber eine Extraflasche Wasser mit und gehe ein paar Meter weiter.

In diesem Sinne: Fünfe weniger sein lassen, bis bald im Wald und happy hunting!

Tagged , , . Bookmark the permalink.

2 Responses to Trend: T5er für alle, die keine T5 können

  1. Pingback: Warum denn D5? – Röbüs Geocaching Blog

  2. Mark says:

    Ich sehe das ähnlich wie das Geocaching Handbuch auch schreibt, der Trend zum T5ern jeder Art steigt an. Natürlich auch in Relation gesehen zum Gesamtanstieg an Geocacher und Gesamtdosen aller Art. Es kommt aber tatsächlich eine Spaltung zustande zwischen „echter T5 Kletterer“ und „Angler“ (letzter dürfen sich aber nun auch als T5 Cacher betiteln)