Qualitätsoffensive bei Groundspeak?

Wie ich gerade bei JR849 las, erwägt man bei Groundspeak eine temporäre Sperre von allzu aktiven Dosenlegern. Davon ausgehend, dass das kein verfrühter Aprilscherz ist, stellt sich mir die Frage, was wohl dahintersteckt, mehr als Mutmaßungen können derzeit natürlich nicht dabei herauskommen ;-) Nun denn: Wie wir mittlerweile alle wissen, sinken die Publishzahlen seit einiger Zeit, da erscheint es widersinnig, das Auslegen von Dosen auf irgendeine Art und Weise zu begrenzen. Allerdings nur auf dem ersten Blick. Auf Nachfrage von JR849(ebenfalls im verlinkten Artikel) kam dann auch prompt die Einschränkung auf „seltene Fälle“, was immer das auch heissen mag. Von neuen Powertrails oder gar einem Überhandnehmen selbiger habe ich in letzter Zeit nichts gehört, wie sieht es da bei meiner werten Leserschaft aus? Runden in der allseits beliebten Konfiguration 10 Mikros + Bonus können damit auch nicht gemeint sein, denn solche Runden sind ein Garant für hohe Fundzahlen, an denen Groundspeak naturgemäß ein Interesse hat.

Und gerade deshalb finde ich diesen Ansatz von Groundspeak so interessant, die dahinter stehende Überlegung scheint zu sein, dass eine hohe Schlagzahl beim Auslegen mit einem absinkenden Niveau der jeweiligen Caches verbunden ist, was auf den ersten Blick auch logisch erscheint, Ausnahmeowner wie nendzi einmal außen vor lassend. Wer im Wochentakt irgendwelche Mikros am Wegesrand deponiert, kümmert sich in der Regel auch nicht großartig um Wartung oder DNF-Serien, das war schon immer so und wird auch so bleiben. Weniger eigene Caches bedeuten auch weniger Wartungsaufwand, für den man sich dann vielleicht auch eher gewappnet sieht.

Es gibt jedoch auch eine andere Deutung: Diversität, also anderen Cachern die Möglichkeit geben, auch einmal Cacheowner zu werden. Wenn in der Dingenskirchener Feldmark schon 14 Caches liegen, gibt es eigentlich keinerlei Veranlassung, dass Dingenskirchener Feldmark #15 noch dazukommt. Allerdings auch nicht Der neue in der Dingenskirchener Feldmark eines anderen Owners ;-) – gut, das ist meine persönliche Meinung. Und wer es drauf anlegt, wird auch den 15. Cache in der Dingenskirchener Feldmark irgendwo noch dazwischenquetschen können. Und da könnte es dann doch hilfreich sein, wenn zwischen Dingenskirchener Feldmark #10 und Dingenskirchener Feldmark #11 ein paar Wochen oder Monate Pause liegen, die ein anderer Owner nutzen kann, um in Ruhe einen Cache in der Feldmark auszubaldowern.

Was bei der Ankündigung von Groundspeak leider fehlt und was leider auch nicht so einfach umzusetzen ist, ist die Pause abhängig von der Resonanz auf bisher gelegte Caches abhängig zu machen: Wenn die ersten 41 Caches eines Owners durch verkehrsgünstige Lage zwar viele Logs bekommt, diese aber überwiegend Kurz- und Einheitslogs sind, gibt es keinerlei Veranlassung für die Annahme, dass die Nummer 42 das Zeug hat, ein regionales Highlight zu werden, so dass die Cacherwelt auch ein paar Wochen auf diesen Cache warten kann. Auf der anderen Seite könnte ein Owner, dessen Caches gutes bis begeistertes Feedback bekommen, von jeglicher Zeitsperre befreit werden. Das Problem dabei ist, dass Cachequalität auch immer subjektiv empfunden ist zudem kennt der Reviewer den auszulegenden Cache ja auch nicht. Irgendwelche objektiven Kriterien wie Dosengröße, Entfernung zum Parkplatz, D/T-Wertung, Attribute oder Cachetyp ermöglichen allenfalls eine grobe Einschätzung, die jedenfalls nicht automatisch irgendeine Wertung zulässt, auch ein Regular mitten im Wald muss nicht unbedingt toll sein, auch wenn ich diese These seit Jahren vertrete ;-)

Zusammenfassend finde ich es gut, dass man sich in Seattle in 2017 mehr Gedanken macht als das Erfinden neuer Souvenirs. Ob diese Zeitstrafe jetzt wirklich kommt und ob sie sich in der Praxis wirklich auswirkt, wird sich zeigen.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

 

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