Halloween Special: Die Liste des Teufels
🎃 „Dann mal los, die 13. D-T-Mysterymatrix wartet darauf, vollgemacht zu werden“, sagte Micha frohlockend. Jenny nickte, endlich hatten sie alle Finalkoordinaten der Mysteries im Höllenmoor zusammen, die alle benötigten D-T-Kombinationen enthielten. Es hatte eine Weile gedauert, die Jigidi-Angelcaches waren sehr schnell gespoilert worden, aber bei den älteren Mysteries mussten sie doch einige Lösungsgruppen durchforsten. Nun hatten sie alles zusammen, nun waren sie an einem schönen Tag Ende Oktober im Höllenmoor und steuerten den ersten Cache an.
🎃 „Da sind wir“, sagte Micha. Sie suchten eine Weile, ohne Erfolg. Schließlich zog Jenny das Smartphone aus der Tasche und rief das Listing auf. „Oh“, sagte sie, „Der ist vor einem Jahr archiviert worden, weil die Dose verschwand.“ „Typisch“, entgegnete Micha, „aus den Augen, aus dem Sinn. Die könnten diese Lösungslisten ja auch mal pflegen. Na komm, auf zum nächsten.“
🎃 200 Meter weiter lag der nächste Cache, dieses Mal riefen sie das Listing vorher auf: Der Fluch des Schnorchlers, komischer Name, dachten sie sich, Hint: Setz dich, das erschien machbar, ein Klassiker, eine Bank offenbar. Nur: Da war keine Bank, nur ein paar bemooste Holzplanken. Die Bank, die hier einmal gestanden hatte, war offenbar schon vor langer Zeit abgerissen worden. Micha schaute in die Logs, seit 4 Jahren kein Fund mehr. „Unglaublich“, entfuhr es ihm, „warum fällt das niemanden auf?“ Zur Sicherheit untersuchten sie noch die Reste der Bank, fanden aber nichts und eilten weiter zum nächsten Cache, der keine 300 Meter weiter weg lag.
🎃 Hint: Stein, so stand es im Listing. Leider fanden sie hier weit und breit keinen Stein. Jenny gab zur Sicherheit noch einmal die Koordinaten von der Lösungsliste ein. „Oh“, entfuhr es ihr. „Hier, guck mal“ Sie lasen die Botschaft: „Schön, Ihr habt die alten Koordinaten eingegeben. Ich habe den Cache verlegt, nachdem er auf einer dieser unsäglichen Spoilerlisten gelandet ist. Viel Spaß beim Selberlösen!“ „Pah“, schnaubte Micha, „ich will Cachen, keine beknackten Rätsel lösen, da habe ich keine Zeit für. Los komm, auf zum nächsten!“
🎃 Sie hasteten weiter, bis Jenny abrupt anhielt: „Warte mal, lass und mal ein bißchen planen. Da vorne gabelt sich der Weg, auf beiden Pfaden liegen Dosen. Moment…“ Sie setzte sich auf einen Stein, kickte eine alte Plastikdose weg und recherchierte. „Also: Der nächste Cache in die Richtung ist heute morgen deaktiviert und eingesammlt worden, wegen Spoilerei…“ „Diese Spielverderber“, warf Micha ein, „stimmt, das ist nicht nett“, stimmte Jenny ein. „In diese Richtung sieht es besser aus“. Sie deutete auf ein Birkenwäldchen, „dahinter ist eine Angelserie, fängt einen Kilometer von hier an, das sollte dann ja wohl klappen!“ „So ist es, auf geht’s, wir müssen nachher noch zum Statistikevent #321, du weisst, dass Dosen-Otto immer exakt nach 30 Minuten abhaut“. Sie zogen weiter.
🎃 „Ich fass es nicht!“, sagte Micha. Sie standen an den Koordinaten vor einem umgestürzten Baum, dessen Krone im Sumpf versunken war, offenbar schon seit einer ganzen Weile. „Wieder nix, der wievielte DNF ist das jetzt? Verdammte Axt“, fluchte Jenny. „Na komm, weiter“. Sie hasteten entnervt weiter. 400 Meter weiter atmeten sie erleichtert auf, an den Koordinaten stand ein Baum. Sie machten sich daran, von unten die Dose zu suchen, bis sie doch das Listing zurate zogen: „Angel, 18 Meter. Äh, was? Wer hängt die Dinger denn so hoch“, schimpfte Micha und warf die Angel wütend zu Boden. Sie hatten nur die 10-Meter-Angel mit. „Echt, das ist ja wie verhext“, sagte Jenny. Micha zuckte mit den Schultern. „Na komm, Schatz. Es sind nur noch 500 Meter zum nächsten Cache, der ist gestern gefunden worden, 6 Meter Angel, jetzt hält uns nichts mehr auf!“ Sie gingen lachend weiter.
🎃 Hinter der nächsten Wegbiegung lachten sie nicht mehr, der Weg war im Wasser verschwunden, soweit das Auge reichte, war alles überschwemmt. „Die können wir wohl abhaken, verdammt, da wären alle D-T-Kombis drin gewesen. Na gut, gehen wir zurück, nehmen wir den anderen Weg, sammeln so viel wie möglich ein und dann ab zum Event. Dann müssen wir die Lücken stopfen, wenn die Mathemagie-Matrix gespoilert wird. „Ja…“, entgegnete Jenny zögerlich. „Vielleicht hätten wir uns der Rätselgruppe anschließen sollen“. Die Dosinger hatten heute morgen angeboten, die 81 neuen Mysteries im Himmelswald gemeinsam zu lösen, was Micha freundlich abgelehnt hatte. „Das ist doch Zeitverschwendung“ sagte Micha, „und…“ Sein Smartphone brummte, eine Nachricht von den Dosingern, ein Selfie von ihnen zusammen mit Dosen-Otto und eine Nachricht „Total easy, tolles Wetter, leichtes Gelände, 81 FTFs und eine komplette Matrix gefüllt. Sehen wir uns beim Event?“ Micha kniff die Lippen zusammen, tippte „Wow, Glückwunsch! Wir sind noch unterwegs, mal schauen“. Er fragte sich langsam, ob Jenny nicht doch recht gehabt hatte. Ärgerlich schob er den Gedanken beiseite. „Na komm, weiter.“
🎃 Nach einer gefühlten Ewigkeit waren sie am nächsten Cache angekommen, wieder ein Angelcache, der sie aus angenehmen 6 Metern Höhe anzulächeln schien. Micha lächelte, griff nach dem Angelbehälter und wollte die Angel auspacken. Aber die war nicht da. „Verdammt“, entfuhr es ihm, als ihm einfiel, dass er die Angel vorhin wütend weggeworfen hatte. „Ich hab‘ die Angel bei dem 18er vergessen“, gestand er. Jenny rollte die Augen, „das ist dann halt so. Komm, die holen wir morgen, ich habe keine Lust mehr. Wir gehen jetzt diesen Rundweg zu Ende, dann sind wir in einer Stunde am Auto“ Micha stimmte zu und sie gingen los.
🎃 „Du mein Güte, was für eine Pleitetour, irgendwie ist der 31.10. nicht unser Tag, was da schon alles schiefgegangen ist.“ Micha kickte achtlos einen Pilz weg, bevor er das Smartphone herauszog, „der nächste Cache müsste gleich da sein, und… NEIN!“ Sie standen genau an den Koordinaten von „Der Rachepilz“ mit dem Hint „Nomen est Omen“. Er blickte sich hektisch um und erblickte den frisch weggekickten Pilz, der gerade im Wasser versank. „Ich fass‘ es nicht, das war der Cache!“
🎃 Sie blickten sich an: „Es reicht, ab zum Auto“, sagte Jenny, „es wird dunkel und Nebel zieht auf“. Micha nickte, „dann los“. Er rief den Wegpunkt des Parkplatzes auf, „nur 5 Minuten von hier.“ „Seltsam, ich hätte jetzt gedacht, dass es weiter wäre. Aber nun gut.“ Jenny zuckte mit den Schultern. Sie eilten durch den aufsteigenden Nebel zu den Koordinaten. Nach 4 Minuten waren sie an den Koordinaten angekommen. Sie waren immer noch im Moor, weit und breit kein Parkplatz zu sehen. Ratlos sahen sie sich an. Dann schnippte Jenny mit den Fingern, „ja klar“ Sie zog ihr Smartpone aus der Tasche, „Soso, aha, dachte ich es mir doch. Hier schau mal.“ Micha schaute aufs Display: Es war ein Mysterylisting namens „Parkplatz-Mystery“.
🎃 „Äh, ja und?“ – „Wir müssen das Rätsel lösen, dann erhalten wir die Parkplatzkoordinaten, ist doch ganz einfach.“ Micha setzte zu einer Erwiderung an, zuckte dann aber mit den Schultern, sie hatten schon so viele merkwürdige Dinge erlebt, da machte es auch keinen Unterschied, ob sie jetzt auch noch so ein beknacktes Rätsel selber(!) lösten und noch mehr Zeit verplemperten. „Na gut, dahinten ist eine Schutzhütte.“ Sie gingen zur Schutzhütte, setzten sich und studierten das Rätsel .
🎃 Es handelte sich um eine Reihe von Verschieberätseln, bei denen man die Anzahl von Zügen für eine bestimmte Aktion ermitteln musste. Micha war anfangs ziemlich genervt, als Jenny in ihrem Notizbuch anfing, die Aufgaben zu skizzieren, Mysteries waren für ihn Zeitverschwendung, aber nach und nach gefiel ihm die Aufgabe und er vergaß den ganzen Ärger. Nach einer halben Stunde hatten sie die Koordinaten ermittelt. Jenny gab die Koordinaten im Checker ein und bekam eine Erfolgsmeldung: „Na, das war doch gar nicht so schwer, oder? Und immer schön loggen, Gruß, T.Eufel“ „Was das wohl zu bedeuten hat?“ „Na was schon, Schatz“, antwortete Jenny, wir loggen unsere Erlebnisse hier, ist mal ganz gut, dass wir nur Funde haben, glaubt uns eh niemand. Und jetzt los, der Parkplatz ist am Ende dieses Weges“
🎃 Der Nebel hatte sich verzogen und die Abendsonne tauchte das Moor in ein schönes, warmes Licht. Micha hatte sich strikt geweigert, zu loggen, so übernahm Jenny die Aufgabe. Er hörte sie den ganzen Weg über murmeln „Leider ins Wasser gefallen, sorry“, „Hier ist leider alles überschwemmt“, „Hier war die Angel zu kurz“. Nach einer Weile kamen sie ans Auto, Micha griff in die Tasche nach den Autoschlüsseln – und griff ins Leere „Da soll mich doch…“ setzte er an, doch Jenny unterbrach ihn „So, alles geloggt. Was ist denn?“ „Ich hab‘ die Autoschlüssel verloren, und…“ Dann sah er, dass die Schlüssel steckten. „Ich geb’s auf“, sagte Micha lächelnd. „Komm, das Event wartet nicht“
🎃 Sie fuhren los und Jenny sagte nach einem Blick auf ihr Smartphone „Huch!“ Micha blickte sie kurz fragend an. „Eine Nachricht von diesem T.Eufel, ihm gehören alle Dosen im Höllenmoor. Er schreibt: Ihr Lieben, finde ich voll toll, dass Ihr alles geloggt habt, kommt ja heutzutage kaum noch vor. Da habt Ihr aber teuflisches Pech gehabt heute. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr die Dosen als Found it loggen. Gruß T.Eufel“ „Wow, das ist echt nett“, entfuhr es Micha.
🎃 „Aber Moment, was ist eigentlich mit diesem Rätselcache Parkplatz-Mystery, das macht doch gar keinen Sinn, das Auto ist doch kein Cache? Und wo war eigentlich die Dose dazu?“ Jenny runzelte die Stirn. „Komisch, das Listing ist weg und auf der Karte ist auch nichts zu sehen. Als ob es nie dagewesen wäre…“
Ende
Bis bald im Wald und frohes Selberlösen!