Das Ende der Fahnenstange

In meinem letzten Beitrag befasste ich mich mit Schäden im Zusammenhang mit Klettercaches und den Reaktionen der Community auf diese. Gestern nun wurde ich auf merkwürdige Vorkommnisse in der lokalen T5-Szene aufmerksam gemacht. Der Übersichtlichkeit halber verwende ich im Folgenden Pseudonyme, die natürlich nichts mit den realen Nicknames zu tun haben: Wir erinnern uns: Der Owner Anton eines T5-Multis merkte nach den ersten Funden dieses Multis kritisch an,dass es mittlerweile Schäden an den Bäumen gibt und drohte bei fortgesetztem Fehlverhalten Archivierung an. Gestern nun machte Anton einen FTF bei einem Kletterache von Bernhard. Das ist zunächst einmal nichts ungewöhnliches. Allerdings folgte danach eine Note von Cäsar, die Anton die Nichtverwendung eines Kambiumschoners und daraus resultierend Beschädigungen am Baum vorwarf, also ziemlich genau das, was Anton selbst bei seinem eigenen Cache kritisch anmerkte. Zudem verzichtete Cäser darauf, die Cachesuche fortzusetzen:

Nach dem FTF sind bereits Schäden am Baum erkennbar. Diese können nur durch ein Seil, das ohne Schoner verwendet wurde, hervorgerufen worden sein.
So macht Klettern keinen Spass mehr, auf diesen Cache verzichte ich.

Quelle: geocaching.com, sinngemäß zitiert

Ob die beschriebenen Schäden nun in der Tat von Anton, einem abgebrochenen FTF-Versuch, Bernhard selbst oder sonstwem verursacht wurden, lässt sich natürlich nicht sagen, auch nicht, ob dem Baum eine Rindenverletzung schadet, da gibt es ja auch verschiedene Ansichten. Bemerkenswert ist hingegen die Reaktion von Bernhard:
Dieser ging nicht auf die berichteten Schäden ein, sondern auf das andauernde Gemecker von allen und die draus resultierende Unlust, weiterhin T5er zu legen:

Es macht mir als Owner keine Freude mehr, T5er zu legen, wenn alle nur noch meckern(…)

Quelle: geocaching.com, sinngemäß zitiert

Was am Melden von Schäden nun Gemecker ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Bei Cäsars Note kann man über den Tonfall geteilter Meinung sein, sachlich ist sie richtig. Ob nun durch diese Note oder andere Vorfälle provoziert, archivierte Bernhard daraufhin alle seine Caches :???:

Nachdem in den letzten Wochen T5er in aller Munde waren, scheint die Euphorie mittlerweile verflogen zu sein und die
vom “normalen” Geocaching bekannten Probleme und Phänomene treten in den Vordergrund: Vorwürfe, Debatten um die Umweltverträglichkeit, von außen betrachtet merkwürdige (Re-)Aktionen. Vielleicht ist es gerade die steigende Popularität der T5er, die selbige in den Fokus rücken und unter Umständen auch Personen anlocken,die besser am Boden geblieben wären, weil es mit Klettern alleine ja nicht getan ist, sondern auch der rücksichtsvolle Umgang mit der Umgebung gelernt sein will.
Klar geht es schneller und einfacher ohne Kambiumschoner, aber eben mit der Gefahr von Schäden, die wiederum vom Teilen der Commmunity wohl – siehe Bodencachen – in kauf genommen werden. Und nicht zu vergessen die alte Garde, die den ganzen Trubel eher skeptisch sieht und einfach nur in Ruhe klettern will – und natürlich die True T5er, die überall Mitloggerei wittern und sich darüber empören, dass andere eine längere Statistik haben :mad:

Ergo: Es ist nicht alles Gold, was fünf ist.

In diesem Sinne: bis bald im Wald und happy hunting

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3 Responses to Das Ende der Fahnenstange

  1. Pingback: CF071 - BastelUschi - CacHeFreQueNz

  2. Soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, ist das eher ein generelles Problem, wie es wahrscheinlich in fast jeder Community schon vorgekommen ist, und kein T5-spezifisches.
    Einer fühlt sich von einem anderen ans Bein gepinkelt und bei der nächstbesten Gelegenheit pinkelt er zurück. Einer der beiden, oder wie hier ein Dritter, ist beleidigt und zieht seine wie auch immer gearteten Konsequenzen.
    Bei uns gab es so etwas in ähnlicher Form auch schon. Da ging es jedoch nicht ums Klettern, sondern um die Abstandsregel.

  3. das Leff says:

    Letztendlich ist aber auch das Wurscht… Es macht doch im Prinzip jeder was er will, so wie auch sämtliche Richtlinien nach Belieben hingedreht werden. Und ob einer Mucksch ist, seine Dosen ins Archiv verbuddelt, die Plattform wechselt oder mit / ohne Cambiumschoner losrennt… vollkommen egal und höchstens von lokalem Interesse, außer es wird bei FB gepostet. Da sind die Aufschreie dann natürlich enorm, egal ob die Aufschreier es letztedlich besser machen oder nicht…