Gut gemacht und ignoriert

Gut gemacht und ignoriert

Ich habe beim Cachen eine gewisse Präferenz: Gebt mir einen schönen Wald mit nicht allzu viel Publikumsverkehr und ein paar Dosen und ich habe unterm Strich meinen Spaß. Gut, einige verdrehen jetzt die Augen ob dieser Ineffizenz mit einer Fundrate weit unter 1 Fph(Founds per hour). Aber so ist es zum Glück noch beim Geocaching: Die Geschmäcker sind verschieden. Neulich war es wieder einmal so weit: In einem eher abseits gelegenen Wald im östlichen Hügelland lockte eine Letterbox-Hybrid, die es in zwei Monaten auf weniger als ein Dutzend Fundlogs gebracht hatte.Der einzige andere Cache im Wald, ein Tradi, hat es in einem Jahr auf gut 30 Logs gebracht. Auf der Tour selbst begegnete ich 3x anderen Spaziergängern und als ich wieder am Parkplatz ankam, parkte dort neben meinem Cachemobil nur ein einziges anderes Auto. Die Letterbox selbst ist auch nicht ganz ohne gewesen, aber auch nicht übermäßig schwer, man musst „nur“ die Hinweise sorgsam lesen, an einer Stelle gab es Probleme beim Ablesen, aber sonst war alles fein und am Ende wartete eine schöne geräumige Box, was will man mehr?

Und das ist der Knackpunkt: Das „mehr“. Das ganze Setup, wenige Dosen in einem abgelegenen Wald, der Tradi ein paar hundert Meter vom Parkplatz entfernt und eine Letterbox über ungefähr 4 Kilometer (vom Parkplatz über den Trail zur Dose und zum Parkplatz) schreckt viele Cacher ab oder lockt nur wenige Cacher an, je nach Lesart. Und noch nicht einmal ein Treasure ist dort zu holen, oje! Ein ALC führt auch durch den Wald, den habe ich aber wie so oft glatt bei der Tourenplanung übersehen und erst hinterher beim Lesen der Logs „entdeckt“.

Für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt, zumal das Wetter – warm, aber nicht zu warm, mit einer leichten Brise, mitspielte. Und auch die Letterbox – mit einer Hintergrundgeschichte und einem überraschenden Kniff – mehr wird nicht verraten – hat mir sehr gut gefallen. Und noch etwas: Bis vor ca. 8 Jahren lagen hier zwei sehr fantasievolle Tradirunden mit insgesamt 15 Dosen, die ich am Anfang meiner Laufbahn reichlich unbedarft anging, mit dem brandneuen GPSr ohne OSM in fremden Gelände, immer wieder fluchend, dass die Dosen so weit ab vom Weg lagen – nur um festzustellen, dass die Dosen durchaus am Wegesrand lagen, die Wege aber einfach nicht auf der Basiskarte verzeichnet waren – und ich war stur Luflinie gegangen 🙈. Das war wohl der Tag, an dem – oder nach dem – ich mich mit dem Thema „Kartenmaterial auf GPS-Empfängern“ auseinandersetzte und auch anfing, mehr Zeit in Tourenplanung zu investieren, also beispielsweise vor der Tour die Umgebungskarte zu studieren.

In diesem Sinne:

Bis bald im Wald und happy hunting!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert