Ich habe mehr FP’s als Du!!!

Nun, das mag vielleicht für einige aus meiner Leserschaft stimmen, aber diese Aussage stammt nicht von mir und ich kann mich auch nicht erinnern, so etwas jemals (laut) geäußert zu haben, schon gar nicht mit Apostroph ;-) Gut, den Apostroph und die Ausrufezeichen habe ich nicht ohne Grund eingefügt, denn wer schreit, hat meistens Unrecht. Klar, eine Binsenweisheit, aber woher kommt der Irrglaube, dass die FP-Anzahl etwas bedeutet?

Hä? Natürlich bedeuten viele FPs, dass man tolle Caches hat mag jetzt eingewendet werden. Das ist allerdings so nicht ganz richtig. Nehmen wir einmal den Hamburger Referenzcache Voss-Margarine, der momentan 5579 Favoritenpunkte gesammelt hat. Sicherlich ein toller Cache, dem man gerne ein blaues Schleifchen hinterlässt. Auch ansonsten legt Mystphi tolle Caches, hier stimmt die Rechnung also. Bei den meisten Ownern stimmt die Rechnung aber nicht – wenn man die Rechnung aufmachen will. Viel wichtiger als die Frage nach den Favoritenpunkten sind doch eher folgende Fragen:

  1. Wieveiele Caches teilen sich die FPs bzw.
  2. Wie hoch ist die Favoritenquote

Einem Cache viele FPs zu verschaffen ist recht einfach: In einem verkehrsgünstig gelegenen Gebiet mit vielen Cachern im Einzugsbereich legt man einen einfachen, schnell zu bewältigenden Trail mit mindestens 10 Dosen, womit die Sucher schon einmal einen FP gutgeschrieben bekommen. Jetzt packt man einen popeligen  einfachen Bonusmystery obendrauf und schon am ersten Wochenende nach dem Publish geht eine Regen von FPs auf den Mystery nieder. Legt man ein paar solche Runden, hat man in wenigen Jahren etliche hundert Punkte zusammen. Und was sagt das über die Qualität der Caches aus? Richtig, gar nichts ;-) 5 Trails, deren Bonus jeweils 500 Punkte auf sich vereinen, das sind 500:55, also rund 9 Punkte pro Cache.  Das reicht immer noch nicht an Voss-Margarine oder änliche Schwergewichte heran – abgesehen davon, dass sie kaum so einen Bekanntheitsgrad erreichen. Wer Hamburg besucht, wird zumindest erwägen, GC18182 zu besuchen. Vielleicht wird er oder sie auch einen Trail (oder mehrere) aufsuchen, aber diese dann nur, weil sie in die Streckenplanung passen, nicht weil sie so bekannt sind.

Es gibt ja auch ein paar bekannte Trails, diese haben aber immer eine Besonderheit, zum Beispiel die landschaftliche Umgebung(Geoaching ist ja auch Location, Location, Location), eine überdurchschnittliche Länge und eine gewisse Lebensdauer, also Owner, die sich nicht auf Fremdwartung verlassen und das Teil nach dem Publish ignorieren. Der Süd-SH-Trail als Gegenbeispiel begann schon bald nach dem Publish zu zerfallen und bestand zum Zeitpunkt der Zwangsarchivierung(selbst Archivieren war dem Ownerteam schon zuviel Aufwand) wohl größtenteils aus Ersatzdosen und Papierfetzen in Notverpackungen. Und heute kann man ihn durch einfaches Googeln nicht mehr finden. Und kam bei über 500 Besuchen auf weniger als 100 Punkte, ohne jetzt eine FP-Sammelabsicht anzunehmen, denn dafür reichen auch 11 Dosen und da ist die Ausbeute auch höher, da man ja aus 90 Dosen 8 Trails zusammenstümpern erzeugen kann und sogar noch zwei Dosen übrig :d

Also: Eine hohe Favoritenpunktzahl bei vielen, räumlich dicht beisammenliegenden Caches, vulgo: Trail mit vielen Besuchern ist keine Leistung, sondern ein Selbstgänger. Eine hohe Favoritenpunktanzahl an allen eigenen Caches hingegen ist eine Leistung, auf die man stolz sein kann, weil man etwas geschaffen hat, das vielen Cachern mehr bedeutet als viele Funde an einem Tag. Und die FP-Quote, also der Anteil der FPs an den PM-Funden eines Caches? Diese ist in der Tat sehr aussagekräftig, allerdings mit der Einschränkung, dass das Bild bei Caches, die vor Einführung der FPs veröffenlicht wurde, nach unten verzerrt wird.

Bei einem neuen Cache, der auch nach einem Jahr eine FP-Quote von, sagen wir mal 50%  hat(und der kein Trailbonus ist), kann man zunächst davon ausgehen, dass es sich um einen guten Cache handelt. Zur Einschätzung eines Caches ist, natürlich neben den Logs, auch die Favoritenquote von Relevanz. 100 Favoritenpunkte bei 120 Funden ist ein sehr guter Wert, 100 FPs bei 5000 Punkten hingegen Grundrauschen.

Wie bereits mehrfach gesagt: Wenn man auf Favoritenpunkte Wert legt. Es gibt nun einmal Owner, die sich nicht nur über FPs freuen(und das tut jeder Owner), sondern daraus mehr ableiten, eigene Überlegenheit, Besitzansprüche an Territorrien(!) oder einfach den Anspruch, immer Recht zu haben, was im Übrigen auch der Aufhänger dieses Beitrags war.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

 

 

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2 Responses to Ich habe mehr FP’s als Du!!!

  1. Pingback: CF086 - CaptainFeature - CacHeFreQueNz

  2. Glücklicherweise beinhalten die Trailboni-Caches in der Regel das Wort „Bonus“ im Titel, so dass man auch bei der Filterung nach der Favoritenquote (diese ist auch nach meiner Erfahrung ein wertvolles Kriterium bei der Suche nach Qualitätscaches) nicht in die FP-Falle tappt ;-)

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