Finde den Fehler. Nein, die Fehler

Gerade las ich bei JR849 einen Artikel, der ziemlich viel von dem, was beim Geocachen schiefläuft, anschaulich schildert. Nein, nicht dass über so etwas gebloggt wird, das ist leider notwendig. Sondern dass so etwas überhauptg geschieht. Lest Euch den verlinkten Artikel einmal in Ruhe durch, hier die Kurzfassung: ein Owner legt Ende November 300 LBH-Mikros in der Gegend aus, bittet um Rücksichtnahme auf die Locations, wundert sich, dass sich kaum jemand dran hält und archviviert die Runde nach kurzer Zeit wieder, bis jetzt ohne die Dosen einzusammeln. Also, werfen wir mal einen Blick von außen auf die Geschehnisse und versuchen, die Fehler aufzuzeigen:
1. 300 CachesDosen en bloc auslegen 300 Dosen in die Landschaft zu werfen hat an sich schon nichts mit Geocaching zu tun1. Der Reiz des Cachens besteht nicht darin, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Papierstreifen zu beschriften. Leider tummeln sich unter dem Oberbegriff Geocaching mehr als genug Personen, die Masse über Klasse stellen und genau das Beschriften möglichst vieler Papierstreifen in möglichst kurzer Zeit als ihr Hobby ansehen. So gesehen war diese Runde am Puls der Zeit. Leider.

2. eine Masse an LBH-Dosen auslegen LBHs waren von jeher auch eine ökologische Nische für Owner, die den Aspekt der Schatzsuche hochhielten. Bei keiner anderen Cachekategorie sind Schatzkarten und Wegbeschreibungen so häufig vertren gewesen. Natürlich gibt Tradis mit Stempel) drin, diese stellten immer schon die Mehrheit und durch Runden wie diese sind sie global betrachtet praktisch die einzigen Vertreter ihrer Art geworden, die anderen Sorten – Briefkästen und Schatzsuchen – sind komplett an den Rand gedrückt worden. Leider macht die Statistik bei Groundspeak da keinen Unterschied, ob jemand an einen Nachmittag eine Wanderletterbox oder eine unbestimmte Anzahl von LBH-Tradis absolviert hat. 300 LBHs in der Statistik mit einer guten D-T-Streuung,  das lockt natürlich viele, viele Cacher an. Dieser LBH-Trail war nicht der erste und wird auch nicht der letzte sein, sehr schade. Allerdings entfällt dann irgendwann das exclusive Merkmal “Letterbox Hybrid”, wenn sich alle, die darauf Wert legen, an entsprechenden Trails bedient haben.

3. Um Rücksichtnahme auf die Locations zu bitten Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, auf die Locations Rücksicht zu nehmen und auf die Wünsche des Owners Rücksicht zu nehmen. Eigentlich. Insofern scheint es zunächst löblich, noch einmal explizit darauf hinzuweisen. Nur brennen ab einer bestimmten Dosenanzahl offenbar bei vielen Cachern einige moralische Sicherungen durch. Nicht an der Dose parken? No way, keine Zeit für Dutzende Meter Fußmarsch. Im Dunkeln am Straßenrand herumturnen – was soll da schon schiefgehen? Allerdings: Der Anspruch des Owners, die Location zu schonen, wird durch die Masse an gelegten Caches ad absurdum geführt. Dass ein Powertrail an den GZs binnen kurzer Zeit invasive Suchspuren erzeugt, um es einmal nett zu formulieren, ist allgemein bekannt und auch die Owner dieses besonderen Trails hatten schon entsprechend negative Erfahrungen gesammelt. Insofern frage ich mich, welche Absicht denn mit diesem Trail verfolgt wurde :???:

 

In diesem Sinne: Kopfschüttelnde Grüße und bis bald im dünnbedosten Wald

 

1Liebe “…hat das Spiel nicht verstanden”-Fraktion: Benennt doch mal bitte alles, worum es beim Geocachen Eurer Meinung nach geht.

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