Geoblogs am Ende? Geoaching am Ende? Oder alles am Ende?

Geoblogs am Ende? Geoaching am Ende? Oder alles am Ende?

Das Leben schreibt manchmal seltsame Zufälle. Als ich kürzlich mit dem alten Feed-Aggregator kämpfte, fiel mir auf, dass viele der dort gelisteten Blogs seit Monaten oder in einigen Fällen seit über einem Jahr nicht mehr aktualisiert wurden. Und dann las ich kürzlich beim Saarfuchs einen interessanten Artikel, der sich mit derselben Problematik befasst. Auch bei einer meiner Hauptquellen, dem Aggregator von Geocaching Frankfurt, tauchen seit einiger Zeit nur noch wenige der TÜV(Typisch Übliche Verdächtige) auf. Woran mag das liegen? Ich denke, dass es ein natürliches Phänomen ist. Ebenso wie einige Altcacher sich langsam zurückziehen, ziehen sich auch einige der älteren Blogs und Podcasts zurück und in beiden Fällen kommt nicht mehr Nachwuchs nach, als “Alte” aussteigen. Bezogen aufs Geocaching stelle ich fest, dass unsere lokalen Altowner allesamt seit über einem Jahr nichts mehr ausgelegt haben und ich selbst mittlerweile nicht mehr repariere, sondern archiviere. Die Nachrücker – ein Team – hat im Sommer 2016 mit einem ziemlich coolen Oldschool-Multi die Bühne betreten und danach alle paar Monate eine neue Bastelei ausgelegt, hat aber mittlerweile nicht einmal mehr den Elan zur Cachewartung. Also praktisch dasselbe Phänomen, das der Saarfuchs beschrieben hat. Meine Vermutung ist, dass Geocaching – und damit auch die Blogs – sich in einer Konsolidierungsphase befinden, der große Hypes mit mehreren Dutzend Blogs und -zig Stunden Podcast pro Woche ist vorbei, die ganze Szene rückt ein wenig zu sammen, neue Akteure wie dieses Blog oder Röbü rücken nach. Und Urgesteine der Geobloggerszene wie JR849, der seit über 9 Jahren (mit Pausen) online ist, sind ja auch noch da.

Beim Saarfuchs wurde die Vermutung geäußert, dass sich die Aktivitäten der Blogger mehr in die sozialen Medien verlagert haben. Das mag in Einzelfällen sicherlich stimmen, wirft in mir aber die Frage auf, wie man die Breite und Ausführlichkeit eines Blogs in einem sozialen Netzwerk abbilden soll. Ein Twitterstream, in den hauptsächlich Selfies einlaufen, wo früher neue Blogartikel präsentiert und das Geogeschehen kommentiert wurde, ist nun nicht wirklich spannend. Und wenn dann noch offenkundig Product Placement mit im Spiel ist, ist es Zeit für ein unfollow. Und Facebook? Auch wenn das Limit für Postings dort wesentlich größer als bei Twitter ist, ist die Plattform auch eher auf die kurze Selbstdarstellung ausgelegt, also nur bedingt als Informationsquelle zu gebrauchen – von dem, was in den Facebookgruppen abgeht, ganz zu schweigen: Hallo und danke für die Aufnahme. Was für ein gps empfehlt ihr?,Hallo ich bin neu hier, was ist das für ein Code? – Da lese ich schon lange nicht mehr mit.

Um es kurz zu sagen: Ich glaube, dass Geoblogs und -Podcasts uns auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben werden, mehr noch: Es wird neue Blogs geben, die neue Perspektiven, neue Ideen und neue Impulse mitbringen :-)

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

3 Gedanken zu „Geoblogs am Ende? Geoaching am Ende? Oder alles am Ende?

  1. Ich denke, dass sich wirklich viel nach FB verschiebt. Es wird immer weniger selber “erlesen”, sondern man will das Ergebnis direkt präsentiert bekommen. Bspw. hat man früher etwas ausprobiert und dann ggf. nachgefragt. Heute fragt man erst und probiert dann.

    Mir kanns egal sein, ich habe lange vor allen mir bekannten GC-Blogs vor 15 Jahren angefangen zu bloggen und mein Blog wird so lange bestehen, wie ich Lust drauf habe. Na vielleicht geht der Trend ja wieder zurück zu “Alles-Blogs”, die sich nicht nur auf ein Thema versteifen.

  2. Für mich als “Neublogger” ist dies ein sehr interessantes Thema und dann werde ich im Beitrag auch noch namentlich erwähnt :)
    Ich denke auch, dass das Zurückziehen von Geocachern und/oder Bloggern – egal ob alteingesessen oder neu – ein natürlicher Prozess ist.
    Viele der Nicknames, mit denen ich meine Homezone in meiner Anfangszeit in Verbindung gebracht habe, sind nicht mehr aktiv. Daher wundert es mich nicht, dass in der entsprechenden Bloggerszene ähnliche Entwicklungen zu beobachten sind.
    Ich gebe dir Recht, das Spiel scheint im Wandel zu sein, neue (Cacher und Blogger) werden dazu kommen. Es bleibt spannend…

  3. Ich denke, der Hauptgrund ist tatsächlich einfach der, dass bei vielen – auch vorher aktiven – Leuten das Interesse am Geocaching selbst verschwunden ist oder zumindest nachgelassen hat.

    Schaut man sich so im Großen und Ganzen die Logs zu verschiedenen Caches an, so hat in den letzten eins bis zwei Monaten deren Frequenz noch einmal deutlich nachgelassen.

    Das war zwar schon immer im Winter so, aber so extrem war es noch nie. Mindestens gefühlt liegt die Log-Rate im Moment bei ca. einem Viertel des bisherigen (jahreszeitlich bedingten) Minimums.

    Das ist schon eine massive Abstimmung “mit den Füßen”…

    Manchmal frage ich mich, was kommt danach? Wieder eine eingeschworene Gemeinschaft wie am Anfang? Oder einfach… nichts?!

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