Warum eigentlich Listings?

Als ich kürzlich ein paar Gründe, Geocaching etwas weniger zu mögen, aufführte, gab es vereinzelt Rückfragen, warum denn das Listing so wichtig wäre. Denn immerhin werden Listings eh nicht gelesen, so der allgemeine Tenor, warum also Mühe investieren? Weil das Listing eben doch gelesen wird, spätestens, wenn man vor Ort nicht weiterkommt, wirft der eine oder andere einen Blick ins Listing. Natürlich kann man sich auch ohne Lesen zum Cache begeben, dann den Hint lesen, wenn der Cache nicht bei 3 aus seinem Versteck springt um dann vielleicht, ganz vielleicht mal einen Blick ins Listing zu werfen – also eigentlich genau das, was Otto Normalverbraucher macht, wenn irgendwas nicht funktioniert ;-) Dabei ist das Listing das Aushängeschild eines Caches und es gibt auch noch Cacher, die vorher das Listing lesen. Das Listing liefert einen ersten Eindruck und ermöglicht eine erste Einschätzung. Zwar kann es sein, dass sich hinter

Ein Cache an der Hauptstraße. Achtet auf Muggels. Kein Stift im Cache.

eine tolle Dose an einem interessanten Ort befindet, aber in der Regel ist es dann doch ein Mikro an der Leitplanke oder einem ähnlich öden Ort. Der Vorteil bei solchen Listings ist dann, dass die Entscheidung, den Cache links liegen zu lassen – oder ihn halt doch zu suchen, schneller getroffen werden kann – man braucht halt keine halbe Minute zum Lesen ;-)

Und was ist, wenn es zu dem Ort überhaupt nichts zu erzählen gibt?  Zugegeben, zu der Lichtung im Dosenberger Wald gibt es vielleicht nichts zu erzählen, kein historischer Hintergrund, kein Findling, nichts. Aber ein paar Infos zur Anfahrt oder zum Parkplatz, Beschaffenheit der Wege etc. kann man auch angeben, wenn man sonst nichts zum Cache zu schreiben hat, das ist einfach Höflichkeit gegenüber den Suchern, die die Gegend nicht kennen und nicht wissen, dass mit Parkplatz  der Seitenstreifen am Waldeingang gemeint ist.

Also: Wenn Ihr Infos über den Ort habt, teilt sie mit den anderen :-) Und wenn Ihr Euch eine Geschichte zu der Dose ausdenken könnt, umso besser: Ich persönlich finde es viel spannender, den Schatz der Waldtrolle zu suchen als Cachinger Wald #2, schließlich will man ja bei der Hobbyausübung mal ein, zwei Schritte aus dem Alltag heraustreten.

Zum Abschluss ein Wort zur Formatierung: Auch wenn man es kann: Es muss keine epochale Mini-Website erstellt werden, aber ein wenig Formatierung, ein wenig Styling oder eine andere Schriftart, ein Titelbild: Das sind die Dinge, die das Listing aus der Masse hervorheben – jedenfalls für diejenigen, die es lesen ;-) Kurz gesagt: Wenn Ihr’s könnt, ist es super, es ist aber „nur“ nice to have, kein Must. Meine Wenigkeit geht die waldseitige Munibox auch suchen, wenn sie in Plaintext beschrieben wird. Moment: 434 Worte über Listings und dann dann geht der Typ trotz Popellisting los? Ja, so ist es ;-) Denn das Listing ist nur das Aushängeschild des Caches, nicht der Cache selbst. Dose und Location sind viel wichtiger. Das ist aber kein Grund, das Listing zu vernachlässigen. Und in der Regel korrespondieren die Aufwände von Cache und Listing, zumindest ungefähr. Wer beim Locationscouting mehr als nur eine freie Stelle sucht und mehr als nur einen Petling spendiert, wird auch ein, zwei Worte mehr zu schreiben haben als

Ein Cache an der Hauptstraße. Achtet auf Muggels. Kein Stift im Cache.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

 

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2 Responses to Warum eigentlich Listings?

  1. Sehr schön! Zum Thema Listing wollte ich auch schon immer mal einen Blogbeitrag schreiben. Daher freue ich mich, dass „Das Gesicht eines Geocaches“ hier einmal thematisiert wurde.
    Meiner Meinung nach sollte das Listing Lust darauf machen, den Cache zu suchen. Es sollte die Neugier der Cacher wecken und diese, wenn es sich beispielsweise um einen kulturhistorischen Ort o.ä. handelt, mit entsprechenden Hintergrundinformationen versorgen. Wer das Listing dann nicht liest, ist selbst schuld. Es gibt aber (noch) genügend Cacher, die dankbar sind für solche Details.
    Gerade gestern habe ich einen sehr hochwertigen Cache gefunden, dessen Listing jedoch – vorsichtig ausgedrückt – enttäuschte.
    Mal sehen, vielleicht greife ich dieses Thema demnächst auch nochmal auf.

    Beste Grüße
    Röbü

  2. baer says:

    Ich hatte ja auch in meinem Kommentar darauf hingewiesen, dass für mich das Listing nicht soo wichtig ist. Da Du jetzt Deine Sichtweise „präzisiert“ hast, will ich das auch tun.

    Was kreatives HTML angeht, bleibe ich bei meiner schon geäußerten Meinung: Es sieht zwar auf der Webseite schön aus, erschwert aber das Ausdrucken oder macht ein Ausdrucken ohne größere Umformatierung sogar unmöglich. Wir haben schon einmal einen Multi NICHT gemacht, weil wir das Listing nicht ausgedruckt bekamen – und ich kenne mich mit HTML durchaus aus, aber das war eine Verschachtelung von Tags, die man nur manuell hätte nachbearbeiten können und darauf hatte ich keine Lust.

    Es kommt sogar vor, dass kreativ formatierte Listings am GPS-Gerät nicht mehr korrekt dargestellt werden. Das gilt auch und gerade für die zunehmende Verwendung von Emojis, u.a. im Cache-Titel.

    Nein, hier ist meine ich weniger einfach mehr.

    Vielleicht bin ich ja noch von der alten Schule, der Inhalt zählt mehr als die Form…

    Und daher muss ich Dir beim aktuellen Blog-Eintrag recht geben: Wenn es sich um einen interessanten Platz handelt – und das ist für mich immer noch das Wichtigste – dann GIBT es auch Hintergrund-Informationen und die im Listing zu haben, ist schon nicht schlecht.

    Allerdings gibt es auch hier wieder Grenzen: Wieso muss man denn 3 Bildschirm-Seiten Wikipedia mit Copy und Paste ins Cache-Listing bringen? Was auch den Ausdruck länger macht und das Lesen des Listings am GPS-Gerät durch Scrollen erschwert. Ein Link würde reichen, ein paar eigene Worte – einige wenige Sätze – wären am besten.

    Und zum Thema Rahmenstory: Ich habe eigentlich nichts GEGEN eine schöne Rahmen-Story im Listing (habe selbst schon vor über 10 Jahren einen Multi mit Rahmenstory gelegt). Sie MUSS nur nicht sein und ich habe ein (kleines) Problem mit der ständigen Forderung nach Rahmenstories aus der Community, weil das bei mir eben wieder den Nerv trifft, dass heute für viele Menschen die Form eben wichtiger ist als der Inhalt – und für mich eben nicht.

    Ich habe schon Multis gemacht, wo das einzig spannende wirklich die Rahmenstory war und die einzelnen Punkte so belanglos waren, dass sie nicht mal durch die Phantasie aus der Rahmenstory „aufgewertet“ wurden – was durchaus geht, aber halt auch wieder mit Grenzen.

    Uff, das war jetzt auch schon wieder lang. Es bleibt aber grundsätzlich dabei: Für mich ist die Lokation wichtiger als das Listing. Vielleicht kann man jetzt auch ein bisschen besser verstehen warum.

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