ein ganz normaler Samstag

Es war ein typischer Samstagmorgen: Micha rahmte die letzte FTF-Urkunde, Jenny glich die beim letzten Event abgegriffenen Finalkoordinaten mit der Datenbank ab, als die ersten Publishmails eintrudelten. “Ach, auf Jürgen ist Verlass, pünktlich wie die Maurer”, flachste Jenny, als sie sich die Mails ansahen. Da sie gestern bei der FTF-Jagd genau wie Dosen-Otto, die Cachefreunde Stiller, Max Wayne und Frank’n’Furt in eine Radarfalle geraten waren, hatten Micha und Jenny beschlossen, bei der FTF-Jagd ein wenig kürzer zu treten. Dass sie mit dem letzten FTF an jedem Tag des Jahres einen FTF vorzuweisen hatten, hatte die Entscheidung leichter gemacht.

Sie riefen die Listings auf und sortierten: Zwei vertikale Leitplanken im Stadtwald – bei Gelegenheit, am Cacheberg die 5te –  witzlos, da das Teil offenbar wie seine vier geklauten Vorgänger wieder in der Mulde am Fuße des Aussichtsturms deponiert war, aber immerhin besser als nichts. Dann war da noch Mystery-Master XVII – Ultimate Brain, da würden sie sicherlich beim nächsten Event die Lösung vom Team Schlaukopf bekommen. Zudem lag das Teil vermutlich sowieso ca. 200 Meter hinter Mystery Master XVI – teuflisch schwer am Rande des Dosenheimer Weges. “Hmmm”, sinnierte Micha, “noch 2,3 von den Dingern und der Dosenheimer Weg ist dicht. Da warten wir einfach noch drei Wochen ab und nehmen die dann in einem Rutsch mit.”

Jenny nickte zustimmend. “Na komm Micha”, meinte sie, “lass uns mal Cacheberg die 5te nehmen, bevor die geklaut wird. Außerdem liegt da am Parkplatz noch das Final von Wo bin ich in Dosenheim IX, hat Frank’n’Furt mir gerade geschrieben” – “Ach, der gute Frank, den müssen wir mal wieder bei ‘nem T5 mit eintragen, der hat uns schon so viele Ratehaken gegeben.” Jenny nickte. “Also  fahren wir erst zum Cacheberg und holen den Tradi und den Mystery und machen dann die Vertikale da bei Schnellingen, da reicht die Teleskopleiter, und da tragen wir Frank mit ein, der will heute auch in die Richtung, passt also.” Micha stand auf: “Ja schade, dass da wieder nur Einheitsbrei rausgekommen ist, aber was soll’s. Und… oh, guck mal!” Eine weitere Publishmail war zwischenzeitlich hereingekommen. “Och nööö, Hardcore-Kalle, wetten?” Micha rief das Listing auf und grummelte vor sich hin, während Jenny in den Abstellraum ging, um die Leiter zu holen.

Hardcore-Kalle war der Oberstatistiker der Region, der praktisch im Wochentakt irgendwelche sinnentleerten Challengecaches aus seiner Datenbank pulte, einer beknackter als der andere und jedes Mal wartete am Ende ein lumpiger Pet irgendwo in der Gegend. Zudem war Kalle in der Regel auch der einzige, der die Bedingungen erfüllte, so dass der FTF oft Wochen oder Monate auf sich warten ließ. Schrecklich, wo bleibt denn da das Niveau dachte Micha sich, als er das Listing überflog, langweilig und, HALT! “Schatz, Schatz!”, rief er Jenny hinter, “guck mal!” Jenny kam, fragte “Na, was für’n langweiligen Quatsch hat er sich jetzt wieder ausgedacht?”  und beugte sich über den Monitor: “Yes, Yes! High Five!”. Sie klatschten ab:

“Hardcore-Kalle XXI: 365-Punktlandung  Challenge-Cache” hiess der Cache. Die Bedingung lautete: Finde an jedem Tag des Jahres einen Cache, der genau an diesem Datum veröffentlicht wurde, im selben oder einem der vorangegangenen Jahre. – und diese Bedingung hatten sie mit dem letzten FTF erfüllt, und der kam nach dem Einreichen des Listings. “Ja, Karlchen“, feixte Jenny, “dieses Mal nicht! Und dann noch genau zwischen Schnellingen und dem Cacheberg, da wo letzte Wochen Einer in der Pampa 9 archiviert wurde.” “Joa, endlich mal ‘ne vernüftige Challenge von dem alten Spinner”, freute sich Mark. Sie packten ihre Sachen zusammen und gingen zum Cachemobil, dies würde ein wundervoller Tag werden…

 

 

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