die Fundver(un)sicherung

Die Gründe, einen bestimmten Cache nicht anzugehen, sind individuell und vielfältig: Doofe Gegend, zu weiter Weg, noch so’n blöder Multi, T5, Wegesrandmikro, Wohngebietscache usw. usf. Doch frage ich mich nach den Entwicklungen der letzten Zeit, ob in Wahrheit nicht noch und vor allem viel öfter ein anderer Grund ausschlaggebend ist :???: Viele(nicht alle) Cacher haben heute zwei Prioritäten: Zum Einen muss der Fund schnell erfolgen, zum Anderen ist alles außer Fund inakzeptabel :shocked: Wobei sich das schnell nicht unbedingt auf das rasante Heranpreschen an den Cache und den zielgerichteten Griff ins Versteck bezieht, sondern eher darauf, dass der Cache völlig problemlos zu finden war, alles easy, kein Problem, leichteste Übung sozusagen. In diesem Fall steht ein Leistungsgedanke im Vordergrund, der mit Geocachen nichts zu tun hat: Geocaches sind dazu da, gefunden zu werden und die Sucher in die mehr oder weniger freie Natur zu locken – wer das Hobby auf einen Wettstreit zwischen raffiniertem Verstecker und cleverem Sucher reduziert oder das Erlangen des Fundes in den Mittelpunkt stellt, hat eine etwas andere Vorstellung von dem, was Geocachen ausmacht.

Ja Moment, will dieser Typ mich verkohlen? Immer dieselbe alter Leier, das ist doch schon x-mal thematisiert worden – das oder etwas ähnliches mag sich der geneigte Leser jetzt denken. Und liegt damit auch nicht daneben. Es geht hier aber um etwas, was vielleicht die Triebfeder solchen Verhaltens und dem oft beobachteten Auslassen bestimmer Caches ist – mitsamt allen sich daraus ergebenden Widersprüchlichkeiten. Es geht um Furcht. Die Furcht, ohne einen einzigen Fund wieder heim fahren zu müssen. Eine gewagte These, die jeder sich angesprochen fühlende empört zurückweisen wird, aber ist es wirklich so abwegig?

Warum wird der neue 2-Kilometer-Multi in der Homezone ignoriert und stattdessen lieber eine Tradiserie in 30 Kilometer Entfernung angegangen? Ganz einfach: Wenn beim Multi etwas schiefgeht, bleibt er ungefunden. Wenn bei 15 Tradis einer nicht gefunden ist, kann man das verschmerzen. Richtig interessant wird es allerdings auch bei einem Blick auf die Bestandscaches. Hier sieht mancher schon die Gefahr eines Scheiterns, wenn der Multi, dessen Trail man fast komplett abläuft, wenn man die nachträglich dazwischen gefriemelten Tradis sucht, zu lange ungefunden bleibt, sprich: das letzte Fundlog schon ein paar Monate zurückliegt und seitdem nichts mehr (also auch kein DNF) passiert ist. Problem für den Owner dabei: Je länger der Cache ungeloggt bleibt, desto mehr Cacher werden sich zieren, den anzugehen. Denn einen Multi anzugehen, ohne ihn auch als Fund zu loggen, ist für viele undenkbar :shock: An der Wegstrecke kann es ja nicht liegen, wenn für die Tradis eine fast ebenso lange Wegstrecke zurückgelegt wird :???:

Ich bin in der Hinsicht gerade etwas zwiegespalten: Auf der einen Seite sind niedrige Fund- bzw. Besucherzahlen per se ja nichts schlechtes, auf der anderen Seite will man – von ein paar Ownern, die sich an DNF-Logs ergötzen – ja auch, dass wenigstens ab und zu mal jemand vorbeikommt :roll: Und dass Multis schon immer etwas stiefmüttelrich behandelt wurden, ist ja eigentlich auch keine neue Erkenntnis ;-)

Wie sieht es denn bei Euch aus, habt Ihr ähnliche Beobachtungen gemacht, habt Ihr auch den Verdacht, dass die Fundverunsicherung um sich greift?

In diesem Sinne:

Bis bald im Wald und happy hunting!

 

Ein Kommentar

  1. Absolut!
    Ein passendes Beispiel aus meiner Homezone dazu:

    Tradi-Runde, 16 Dosen plus Bonus, Wegstrecke ca. 4-5km, online seit 9 Monaten, Anzahl Finder >140

    Nur ein wenig davon entfernt startet ein Multi, die Stationen führen über Relikte der letzten 50-80 Jahre (kleine LPs), Wegstrecke ca. 5km, online seit 5 Jahren, Anzahl Finder 44

    Die Anzahl der Funde steht über allem! DNFs sind nicht akzeptabel und ich wage mal zu behaupten, dass der Anteil derer, die eine nicht gefundene Dose trotzdem online als “found it” loggen, gar nicht so klein ist.
    Grüße an alle Genusscacher :-)
    Röbü

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