der Lohn der ganzen Mühe?

Heute las ich bei den Blümchen einen Beitrag zum Themenkomplex Owner und Groundspeak. Es ist ja nun einmal so, dass Groundspeak ein Unternehmen ist, das natürlich auch Gewinne erwirtschaften will. Die Inhalte von geoaching.com werden bekanntermaßen von den Cachern eingestellt. Zum Einen natürlich von den Ownern, die ihre Cachelistings hochladen und zum Anderen von den Cachern, die diese Caches loggen. Ohne die Owner würde das ganze Geschäftmodell von Groundspeak natürlich nicht funktionieren und die Blümchen fragten sich jetzt, warum Groundspeak nichts tut, um die Mühen der Owner zu honorieren. Dazu werden auch noch ein paar Vorschläge gemacht, die aber bestimmt nicht massentauglich sind, von einer einjährigen Gratis-PM einmal abgesehen – da hätte ich nichts gegen ;-) Aber muss Groundspeak uns Owner denn wirklich belohnen? Eigentlich nicht :cool: Ich habe nun schon einige Caches ausgelegt, von denen die meisten auch noch aktiv sind. Würde mir das Auslegen und Betreiben keinen Spass machen, würde ich es bleiben lassen. Es ist natürlich nicht immer nur Spass, manchmal schüttele ich den Kopf, wenn ich Logs lese oder sehe, was irgendwelche Grobmotoriker da draußen mal wieder angerichtet haben, sei es bei fremden oder eigenen Caches.

Es steckt auch viel Arbeit in einem Cache, Kosten fallen natürlich auch an. Aber wie gesagt, wenn es mir keinen Spass mehr machen würde, Locations auszukundschaften, Hintergrundinformationen zusammenzutragen (oder zu erfinden), Rätsel auszutüfteln, das ganze in einem Listing zu formulieren und natürlich den Container zu erstellen, würde ich es nicht mehr machen. Und wenn ich eines Tages die Lust am Ownen verliere, sammele ich die Dosen ein, archiviere die Caches, und das war’s. Ich erwarte dafür keine Belohnung von Groundspeak, vieles von dem, was Groundspeak anzubieten hat, reizt mich einfach nicht, da bin ich mit den Blümchen ganz einer Meinung :-)

Was ich mir allerdings wünschen würde, wenn ich einen Wunsch frei hätte: Etwas mehr Unterstützung. Groundspeak verdient Geld damit, dass wir dort unsere Caches hosten, die Caches werden im Auftrag der Firma von Reviewern, die ihrerseits auch Spass an ihrer Tätigkeit haben, abgenommen. Das alles geschieht ohne größere Kosten für GS. Seattle wirbt mit unseren Caches, aber sobald es Probleme mit Jägern, Förstern, Behörden oder sonstwas gibt, stehen wir recht alleine da, man zieht sich dann auf den Standpunkt zurück, nur die Listings zu hosten und dass alles, was da draußen geschieht, Sache der Spieler ist. Das akzeptiert man beim Hochladen des Listings und alles andere wäre auch unternehmerischer Selbstmord. Man stelle sich vor, Groundspeak würde für jeden abgerissenen Nistkasten, jedes ausgebuddelte Straßenschild, jeden aufgebrochenen Stromkasten(ja, sowas kommt auch vor), Hausfriedensbruch beim LPC etc. zur Rechenschaft gezogen, dann müssten die Heerscharen von Anwälten und Rechtsreferendaren beschäftigen.

Also: Die Caches sind unsere Angelegenheit, und mehr als sie nach bestem Wissen und Gewissen unter Einhaltung lokaler Gesetze, der Guidelines und im Einklang mit der Umgebung auslegen, können wir nicht tun. Und natürlich bei neuen Erkenntnissen zur Rechtslage oder veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Aber trotzdem könnt GS uns durchaus mit wenig Aufwand unterstützen:

1. Einerseits gibt es Owner, die auch bei der zweiten oder dritten Archivierung wegen Schrauben im Baum den vierten Cache wieder am Baum festschrauben. Irren ist menschlich und ein Irrtum sollte nicht bestraft werden. Wer aber  absolut uneinsichtig ist und weiterhin vergräbt, schraubt oder fremdes Eigentum anbohrt, sollte meiner Meinung nach durch ein abgestuftes Erwiderungssystem zur Räson gebracht werden, von einem Hinweis über eine Verwarnung bis zu einer (zeitweisen bis permanenten) Legesperre. Denn diese Owner diskreditieren unser gemeinsames Hobby.

2.  die Wildcacher, die unsere Installationen zerstören, bei der L&L nur eine Lasche umklappen und den Rest mit Kraft erledigen, johlend im Rudel über den LPC herfallen, die den Hinweis Lasst das Vogelhäuschen in Ruhe! als Reisst das Vogelhäuschen ab! auffassen, über zeitliche Einschränkungen hinwegsehen oder den besagten Stromkasten aufbrechen, sollten ebenfalls durch eine zumindest zeitweilige Sperre gebremst werden. Da aber grundsätzlich niemand diese Dinge tut, ist das natürlich nur ein frommer Wunsch :zunge: In dubio pro reo gilt auch bei unangemessenem Verhalten, es kann ja durchaus sein, dass neben Mr. Allesfind heute noch ein Cacher in der Gegend war, der das Straßenschild ausgegraben hat und beschämt ob des eigenen Tuns das Weite gesucht hat, ohne zu loggen. Als Owner hat man überhaupt keine Möglichkeit, dermaßen unsoziales Verhalten abzustrafen: Fundlog löschen geht nicht, eine Archivierung des Caches straft Unbeteiligte, und ein Mechanismus, der bestimmten Cachern das Loggen meiner Caches verbietet, würde bei den zahlreichen Animositäten innerhalb der Community schnell mißbraucht werden. Also: Nur ein frommer Wunsch.

Letztenendes sind das nur Anregungen, die natürlich nicht umgesetzt werden, denn beide würden die Anzahl von Logs und Caches reduzieren, und das ist wohl das, was Groundspeak beim Sinken der Publishzahlen nun überhaupt nicht gerne sehen würde.

Der wahre Lohn für die Mühen der Ownerschaft ist natürlich das Gefühl, anderen eine Freude zu bereiten, der Spass, den wir beim Ausbaldowern und -legen haben, manchmal auch schöne Logs, alles Dinge, die eigentlich unbezahlbar sind.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy Ausleging :-)

PS: Der Beitrag der Blümchen wurde übrigens auch in Folge 77 von CacHeFreQueNz thematisiert, hört doch einfach mal rein. Und ein Pingback wurde auch noch generiert ;-)

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2 Responses to der Lohn der ganzen Mühe?

  1. das Leff says:

    Blümchen sagt im Schlußsatz eigentlich aus, so wie es ist: Wir sind die Kunden, GS ist ein Dienstleister, der eine Plattform mit vielen Spielvarianten zur Verfügung stellt. Warum sollte GC den Ownern unter die Arme greifen und behilflich sein? Das Spiel hat sich von der vergrabenen Bohnenbüchse bis heute zu den tausenden von Euro kostenden Multicaches entwickelt. Das hat GC so niemals vorgegeben/angewiesen, es ist in der Dynamik der Owner von selbst entstanden. Und wenn jetzt ein Owner finanziell bis ins Unendliche investiert, einen Prachtcache der Superlative rausbringt… ? Hätte ja im Prinzip auch ein Tradi-Petling an der Leitplanke gereicht.
    Es ist im Prinzip wie bei den Autofreaks, die ihren Golf IV auf High-End pimpen, für jede verchromte Schraube, rörenden Auspuff etc. ein kleines Vermögen ausgeben. Dafür kommt dann auch keine Unterstützung vom VW-Konzern, außer mal ein Abziehklebebildchen auf einem Autotunerevent. Das machen die Schrauber alles nicht um das Tunerspiel facettenreicher zu machen, das machen sie nur für sich und am Spaß der Schrauberei. UND um Anerkennung in der Szene zu erhalten. Exakt so verhält es sich bei dem Cacheowner der High-End-Caches. Er macht es aus dem Spaß am verstecken und letztendlich um Anerkennung in der Szene zu erhalten. Das ist der Lohn der Ownerei. Und wer was anderes behauptet, lügt.
    Also, was sollte GC (außer das Verteilen von Abziehbildchen) seinen Kunden noch zukommen lassen? Es läuft doch…

  2. Wer hält Groundspeak am Leben und sorgt für immer neue Begeisterung am Hobby?

    Diese Frage hat sicherlich viele Aspekte und man kann hier bestimmt verschiedene Ansichten vertreten….

    So haben wir unseren Beitrag gestartet und ich will es gleich vorweg nehmen, Du hast es mit deiner Sichtweise sehr schön beschrieben und mit vielem Recht. Es war uns ein Bedürfnis, dieses Thema ins Gespräch zu bringen. Sicherlich sind wir mit der Anregung, dass Groundspeak sich etwas in Richtung Cacher und insbesondere in Richtung Owner bewegt nicht alleine. Wie dies letztlich geschieht ist Ansichtssache. Wir finden nur, dass es etwas mager ist, immer damit zu argumentieren, Groundspeak ist halt ein Unternehmen welches nur Geld verdienen möchte. Wenn man es so sieht, sind wir Geocacher die Kunden und die wollen eben auch gehalten werden.

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