Der Cacher, das unbekannte Wesen

Das schicksalhafte Geojahr 2016, zu dessen Ende wieder einmal das Ende des Geocachings ausgerufen wurde, ist nun schon seit über 50 Tagen vergangen, die letzten Artikel über sinkende Publishzahlen und Cachequalität sind geschrieben. Wenden wir uns also den Neuerscheinungen zu, um zu sehen, wie die Community denn so im Februar 2017 tickt. Vorab sei gesagt, dass alle kursiven Textstellen dieses Beitrages wörtliche oder sinngemäße Zitate aus Logs von geocaching.com sind. Also: Die Publishzahlen sinken und das, was an neuen Caches herauskommt, ballt sich am Straßenrand. Da sollte ein Tradi in freier Wildbahn doch sicherlich gut angenommen werden?

Naja, nicht ganz ;-) Es hat sich schon 2016 abgezeichnet, dass die Community, nunja, wählerischer geworden ist. Ich erinnere mich noch an einen meiner ersten Caches, der vor vielen Jahren an einem Freitagabend gepublished wurde, während in meiner Homezone ein Starkregen niederging und bereits eine Stunde nach Publish gefunden wurde, von einem Team, das bei Schietwetter durch den nächtlichen Wald tobte. Heutzutage hingegen können auch mal gut 24 Stunden vergehen, bis jemand mal vorstellig wird: Hier scheint es keine FTF-Jäger zu geben… gute 21 Stunden nach publish konnten wir diesen hier abstauben…  OK, dieser Cache ist noch von 2016, der Trend setzt sich aber auch in 2017 fort. Ist sie das nun, die Trendwende, weg vom Schnell, schneller, FTF?

Ääääh – nein: Warum der FTFler es nicht schafft einen kurzen Onlinelog abzusetzen damit die Folgenden sich nicht so abhetzen müssen, bleibt ein Rätsel. Alright, wir halten fest: Unter bestimmten Umständen ist doch eine gewisse Eile geboten. Dann nämlich, wenn wie in diesem Fall der Cache direkt am Straßenrand liegt und eine Parkmöglichkeit direkt am Cache vorhanden ist und somit eine Option auf FTF besteht, die ansonsten nicht zu bestehen scheint :???: Also sind doch noch ein paar der alten Prinzipien aktiv, dass auf neue Caches ein Run einsetzt?

Wieder daneben ;-) Ich wundere mich nur ein bischen, gestern war immerhin schon der Publish und noch kein Eintrag, na, um so besser für uns heute. Also ist es 2017 möglich, einen FTF mit Muße anzugehen :D Jedenfalls, wenn es sich um so einen altertümlichen Multi mit mehreren Stationen handelt. Und da sind wir dann doch wieder bei einem der aktuellen Geotrends angekommen: Ausschlaggebend ist nach wie vor die Nähe zum Straßenrand und der zeitliche Aufwand zum bergen. Dann kriegt man am Publishtag auch gleich mehrere Einträge: ein Neuer in der Homezone am freien Tag, da muß man ja hin. Muss man. Wenn der Weg nicht zu weit ist. Und es nicht zu lange dauert.

Etwas anders sieht es übrigens bei einer speziellen Spielart des Geocachings aus: Sobald die magischen Worte Kein Cache der Welt ist es wert, sein Leben zu riskieren!!! im Listing auftauchen, zieht es den T5-Cacher auch bei Schietwetter mit leuchtenden Augen in den Wald, und zwar schnellstmöglich. Jedenfalls, wenn der Weg zum Tagesbaum nicht allzuweit ist, man will sich ja beim Ausführen der Kletterausrüstung nicht überanstrengen – außerdem könnte ja einer schon den FTF gemacht haben :shocked: Und das kann er bei der Schlagzahl, mit der der Hamburger Nordosten derzeit mit Baumdosen zugepflastert wird, auch nicht sein. Mittlerweile hat die T5-Ownercommunity dort so viel zu tun, dass sogar ein ominöser, unbekannter Neuowner mit anpacken muss: Danke (…) und natürlich an die ominösen, unbekannten Owner fürs Legen der Dose. Ich frage mich nur, wie groß der Aufschrei wäre, wenn die D5-Community ähnlich hyperaktiv vorginge :???:

Es bleibt vorerst dabei: Je geringer der zeitliche Aufwand, desto attraktiver der Cache für die Community. Mit dem Unterschied, dass sich die wirklich ernsthafte FTF-Jagd mittlerweile nur noch auf die besagten Caches mit geringem Aufwand beschränkt, während die etwas „zeitraubenderen“ FTFs vermehrt den Cachern vorbehalten bleiben, die nicht in Caches pro Stunde rechnen, und das ist ja nun auch nicht das Schlechteste.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald und happy hunting!

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