Auf die Pfoten oder sonstwohin – Wärme für unterwegs

Wenn Handschuhe und Gamaschen nicht reichen oder wenn man nicht mit sowas gesehen werden möchte, stellt sich die Frage, wie man noch für Wärme sorgen kann. Da Heizpilze aber schrecklich unhandlich sind und auch nicht in den Rucksack mit der ECGA passen – auch wenn einige Cacher meinen, dass man für die ECGA ruhig einen Anhänger mit sich führen kann – benötigt der Sissicacher wärmeliebende Cacher etwas anderes. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, Latentwärmespeicher, weniger vornehm auch als Handwärmewissen bezeichnet, Thermopads, elektrische Öfen und katalytische Taschenöfen. Die Handwärmekissen(hier ein Bild) finde ich als Techie durchaus faszinierend: Es handelt sich um Gelkissen, in denen ein Metallplättchen, einem Knackfrosch ähnelnd, schwimmt. Presst man nun das Plättchen, erstarrt das Gel und setzt dabei Wärme frei. Nach Gebrauch kocht man die Kissen in Wasser auf, bis das Gel wieder flüssig ist. Soweit, so interessant. Es gibt jedoch einige Einschränkungen: Zunächst einmal ist der Zauber nach maximal einer halben Stunde vorbei, für längere Touren muss man mehrere dieser Dinger mitnehmen, da sammelt sich dann Gewicht und Volumen an und so richtig warm sind die Teile auch nur die ersten paar Minuten. Klare Nichtempfehlung fürs Cachen.

Thermopad auspacken und schon beginnt die Reaktion

Die Pads passen problemlos in die Handschuhe

Thermopads, wie sie beispielsweise von der HEAT Company1 hergestellt werden, produzieren Wärme mit Hilfe von Oxidationsprozessen. Sie werden durch Öffnen der lutftdichten Verpackung aktiviert, benötigen ca. 10 Minuten Anlaufzeit und halten dann bis zu zwölf Stunden durch. Manchmal “haken” sie etwas, können dann aber wieder reaktiviert werden. Ein Unterbrechen der Reaktion durch luftdichtes Verpacken soll möglich sein, das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. Ein großes Plus ist, dass die Dinger wenig Platz und Gewicht benötigen und ohne Probleme in die Handschuhe geschoben werden und im Hausmüll entsorgt werden können – daraus folgt aber auch, dass sie nicht wiederverwendbar sind. Der Preis ist mit  1 Euro pro “Ladung” verhältnismäßig hoch, dafür hat man aber wirklich über viele Stunden hinweg konstante Wärme, die ich als handwarm bezeichnen möchte. Die besten Ergebnisse habe ich mit einer Applizierung auf dem Handrücken erzielt. Von der Handhabung her sind sie sehr praktisch und  auch die einzige Wärmequelle, die dauerhaft auf die Hand einwirken kann.

Kommen wir zur elektrischen Lösung, die ich zugegebenermaßen nur recherchiert habe. Diese Elektroöfen sind im Grunde genommen Powerbanks, die auch Wärme abgeben können. Sie werden über USB aufgeladen, was dann eine gewisse Vorlaufzeit von ein paar Stunden mit sich bringt – man muss einfach am Abend vor der Tour dran denken ;-) Und ganz nebenbei hat man auch Zusatzenergie fürs Handy dabei. Die Preise liegen im niedrigen zweistelligen Eurobereich. Die Wärme wird ein paar Stunden geliefert, was für die meisten Touren ausreicht. Das Manko ist hier wie den Gelpads ist: Wenn sie alle sind, schleppt man unnützes Gewicht mit sich herum, das mit ein- bis zweihundert Gramm aber nicht wirklich “ins Gewicht” fällt, und auch vom Volumen her passen sie locker in jede Tasche.

Nach wenigen Stunden gut durchgeglüht: ein katalytischer Ofen

Zum Schluss: Katalytische Öfen. Diese werden mit Benzin oder mit Kohlestäbchen betrieben. Die Stäbchen werden angezündet und verglimmen ohne offene Flamme im Ofen, der in Form einer stoffüberzogenen Box daherkommt. Wenn die Reaktion erst einmal in Gang gekommen ist, hat man viele Stunden lang zuverlässige Wärme und kann bei Bedarf auch “nachschieben”. Und hier liegt dann das Manko: Mal eben mit dem Feuerzeug anzünden klappt in der Regel nicht, bzw. bricht die Reaktion dann nach wenigen Minuten ab. Hier braucht man ein Sturmfeuerzeug oder eine offene Flamme. Ich behelfe mir dabei mit einem Teelicht. Am Parkplatz erhitze ich damit ein Ende des Stäbchens, bis sich ein ca. 1 cm breiter Glimmstreifen gebildet hat. Nun kommt das Stäbchen in die Box und reagiert fröhlich über mehrere Stunden vor sich hin. Für mich sind sie nach wie vor erste Wahl, da sie gefühlt am “natürlichsten” arbeiten und ein Kohlestäbchen umgerechnet 20-30 Cent kostet, wobei Stäbchen, die längere Zeit gelagert werden, schneller abzubrennen scheinen. Aber Achtung: Nur im Freien verwenden, da die Teile Kohlenmonoxid produzieren :shock: Nach dem Abbrand muss man bei Kohleöfen lediglich die Asche entsorgen, bei Benzinöfen entfällt das natürlich. Die Öfen passen in die Hosen- oder Jackentasche und sind sehr gut geeignet, um die Finger wieder aufzuwärmen. Wer einen Tipp hat, wie man die Dinger praktikabel an den Handschuhen befestigen kann, möge sich bitte melden :-)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Taschenöfen meine Favoriten sind, sie haben einfach das beste Preis-Leistungsverhältnis bei geringem Gewicht. Für Thermopads spricht, dass sie in die Handschuhe geschoben werden können und dass sie sehr praktisch sind. Aber eben auch vergleichsweise teuer, was sie zu einem (very) nice to have macht.

In diesem Sinne: Bis bald in der Kälte und warme Finger!

1Nein, ich bekomme kein Geld für die Erwähnung

 

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