10 Gründe dafür, Geocaching etwas weniger zu lieben

Gestern kam vom offiziellen Blog ein Feelgood-Beitrag mit dem Titel 15 „Gründe dafür, Geocaching zu lieben„. In der Tat liest sich das alles sehr schön und findet auch größtenteils meine Zustimmung. Aber: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Nicht ohne Grund wurden Dinge wie der Health Score, der Logtyp NA, Locking und Zwangsarchivierung eingeführt. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich mag dieses Hobby sehr gerne, kann es aber aus Gründen nicht so ausüben, wie ich gerne möchte. Und ebenso wie die 15 Gründe, Geocaching zu lieben, nicht immer und überall zutreffen, treffen die hier aufgeführten Gründe nicht immer und überall zu, sonst hätte ich das Hobby schon an den Nagel gehängt -außerdem sind es nur 10 geworden ;-) Hier sind sie also, 10 Gründe dafür, Geocaching etwas weniger zu lieben:

  1. belanglose Dosen
    die meisten Geocaches waren und sind Mikrobehälter, die ohne Not an
  2. belanglose Orte
    gelegt werden, das einzige Kriterium ist oft, dass hier noch Platz ist. Dazu kommen dann
  3. belanglose Listings
    Denn über eine x-beliebigen Ort kann man zwar auch etwas schreiben oder sich eine Geschichte ausdenken, aber wenn man schon bei Dose und Ort Mühen scheut, warum dann beim Listing Aufwans betreiben?
  4. Masse statt Klasse
    Multis mit mehr als drei Stationen haben schon Seltenheitswert, lieber wird eine Tradiserie in die Gegend geworfen, macht weniger Aufwand und wenn eine Dose weg ist, ist es auch egal.
  5. Hauptsache schnell-schnell-schnell
    FTF, Log folgt – so steht es am Beginn vieler Onlinelogs, manchmal für immer. Kommt ein neuer Cache heraus, der verkehrsgünstig gelegen ist, stapeln sich binnen weniger Stunden die Logs. Liegt der Cache weniger verkehrsgünstig oder ist es gar ein Multi, gilt eher die Devise bloss keine Hektik. In Wahrheit scheuen viele Cacher den zeitliche Aufwand beim Zeitvertreib :???:
  6. Du kannst Streit mit Leuten haben, die Du gar nicht kennst
    Wer Streit sucht, wird beim Geocachen selten Probleme haben: Einfach berechtigte und sachliche Kritik loggen, einen NM oder gar einen NA, und schon fühlt sich jemand auf den Schlips getreten
  7. Nach mir die Sintflut
    Verschlussmechanismus nicht verstenden, Muggels in Sichtweite, Nistkasten beim Untersuchen angerissen, Du kriegst den Behälter nicht mehr geschlossen? Egal, gefunden ist gefunden. Loggen muss man sowas nicht. Wenn der Cache kaputt ist oder die Location verbrannt: Not my problem, soll der Owner sich halt besser kümmern
  8. Events passend zum Souvenir
    Am 11.11. gibt es ein Souvenir, wenn man einen Cache findet oder an einem Event teilnimmt. Hm, extra rausgehen, um einen Cache zu suchen? Neee, dann lieber ein 30-Minuten-Event bei der Pommesbude, hingehen, stempeln, fertig. Warum bei Events mehr Mühe als beim Auslegen machen?
  9. Wartungsfäule
    Bei vielen Ownern endet die Arbeit mit dem Publish. Soll sich doch die Community um die Wartung kümmern, schließlich wollen die doch diesen Sch… loggen
  10. Jeder soll das Spiel so spielen…
    in der Tat ein beliebtes Totschlagargument. Wird gerne genommen, um Powertrails, Einheitslogs, 0815-Mikro-Mysteries, Bi****acaches oder sonstwas zu rechtfertigen. War nie richtig und wird nie richtig sein.

Im Grunde genommen ist diese Aufzählung nur die Quintessenz aus vielen meiner Beiträge, aber die Steilvorlage des HQs konnte ich nicht unbeantwortet lassen, die war ja auch nicht ganz uneigennützig :-) Achja, die Nummer 11 gibt es auch noch: Wer meint, dass es um (hier beliebigen Aspekt eintragen) geht, hat das Spiel nicht verstanden – noch so ein gern genommenes Scheinargument. Denn worum es wirklich geht, vermögen die Personen, die es äußern, nämlich auch nicht zu sagen :???:

In diesem Sinne: Bis bald an einem Cache, der nicht auf die Liste passt und happy hunting

Tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

4 Responses to 10 Gründe dafür, Geocaching etwas weniger zu lieben

  1. Pingback: Warum eigentlich Listings? – …noch ein Geoblog

  2. Mortis says:

    Punkt 12: Nirgendwo triffst Menschen die so schön meckern können wie beim Geocachen. Und mit etwas Glück findest du noch einen Blogger dazu.
    Belanglose Dosen? An belanglosen Orten? belangose Listings? Sorry, aber warum schreibst du dann einen Blogeintrag darüber. Such sie einfach nicht. Genauso sehe ich den Punkt Masse statt Klasse. Meiner Ansicht nach gibt es nicht weniger gute Caches als früher. Ja, es stimmt, es gibt dazu ein haufen schlechter Caches aber die erkennt man meist recht früh. 2009 gab es nur wenige Dosen bei uns. Jetzt sind zwar viele In-den-Wald-geworfen-Dosen da, aber auch tolle und außergewöhnliche Caches sind hinzugekommen.
    Nächster Punkt Logs. Was ist denn so schlimm am TftC? Ja, ich freue mich auch über kreative Logs oder nett geschriebenes aber das tut doch auch keinen Abbruch. Solange ich nicht gerade beleidigt werde, kann ich damit leben. Denn auch ein TftC ist ein Danke. Vielleicht sollte man nicht alles so ernst nehmen.
    Du sagtest selbst, dass dieser Eintrag nicht mehr ist als eine Zusammenfassung von deinen anderen. Und es ist das was der „Cacher“ überall im Internet zu sagen hat. Ist das nicht auch irgendwie ein Standardlog?
    Events passend zum Souvenir? Ja und? Verstehe jetzt nicht das Problem. Diese Souvenirs sind doch nur irgendwelche Bildchen auf irgend einer Hinterseite meines Profils. Warum ist das so wichtig ob sich der Träger die verdient hat. Zumal es nun auch nichts besonderes ist den 3-stündigen Multi an diesem Tag gemacht zu haben. Denn du kriegst das Souvenir dafür das du a diesem Tag Cachen warst. Wow. Was für eine Leistung.
    Du kannst dir überigens auch bei Amazon eine Postkarte oder Souvenir (im Sinne von Andenken) aus Frankreich bestellen. Hat auch nicht mehr viel mit dem Ursprungsgedanken eines Andenkens zu tun, trotzdem würde ich es nicht auf eine Liste packen mit: „10 Gründe dafür, Reisen etwas weniger zu lieben“.

    „Jeder soll das Spiel so spielen…“ „War nie richtig und wird nie richtig sein.“
    Toll, wie man dem einen Satz vorwirft ein Totschlagargument zu sein um es dann mit einem Totschlagargument zu entkräften.
    „Wird gerne genommen, um Powertrails, Einheitslogs, 0815-Mikro-Mysteries, Bi****acaches oder sonstwas zu rechtfertigen.“
    Powertrails gebe ich dir bedingt Recht. Sie haben leider einfach riesigen Schaden verursacht. Nicht alle, doch sicherlich viele. Aber die Zeiten wo Massen durch den Wald hetzten sind doch eigentlich fast wieder vorbei. Zumindest bei uns.
    Was Bi****acaches sind weiß ich nicht und zu Einheitlogs hab ich mich schon geäußert.
    Den 0815-Mikro-Mysterie erkenne ich am Listing und dann mach ich ihn nicht. Wenn andere an sowas Spass haben, sollen sie das ruhig tun. Das beeinflusst mich doch überhaupt nicht. Genau da her kommt dann auch der Satz „Jeder soll das Spiel so spielen…“. Denn dieser Satz rechtfertigt eben doch den Mysterie. Dass ich Geocaching liebe weil ich Spass an langen Multis vorzugsweise mit Fieldpuzzle stört den 0815-Mikro-Mysterie Cacher nicht und andersherum. Da kommt dann die Arroganz des typischen Cachers der meint seine Art zu Cachen sei die einzig richtige. Und hiermit komme ich zu deinem letzten Punkt:
    Wer meint, dass es um (hier beliebigen Aspekt eintragen) geht, hat das Spiel nicht verstanden – noch so ein gern genommenes Scheinargument. Denn worum es wirklich geht, vermögen die Personen, die es äußern, nämlich auch nicht zu sagen

    Damit beschreibst du nämlich in gewisser Weise dich selbst. Wer meint, dass es um Standardlogs, 0815-Mikro-Mysteries oder Powertrails geht, hat das Spiel nicht verstanden
    In gewisserweise war das deine Aussage. Und anschließend kam von dir dann: „War nie richtig und wird nie richtig sein.“ „Denn worum es wirklich geht, vermögen die Personen, die es äußern, nämlich auch nicht zu sagen“

    Bei dieser Gegenüberstellung sieht man, das du da auch nicht besser bist.
    Das liegt einfach daran, dass wir alle sehr verschieden an das Hobby ran gehen. Ich z.B. schreibe sehr lange und kreative Logs. Dann sitzt ich auch mal ein paar Stunden an einem Log. Oder schreibe ein mehrstophiges Gedicht oder eine Kurzgeschichte oder male ein Comic (Zugegeben ich zeichne nicht besonders gut, aber es kam schon vor). Das wäre auch vielen Standardlog-meckerern zu viel. Doch das ist eben meine Herangehensweise. Und die würde ich keinem anderen aufzwingen.

    So das ist jetzt Recht lang geworden. Aber dieses meckern über alles sehe ich in letzter Zeit oft. Da wollte ich mal meine Meinung dazu sagen. Du warst jetzt nur der den es getroffen hat. Ich sage ja gar nicht man soll die rosarote Brille anziehen aber vielleicht sollte man die Sonnenbrillen wenigstens ausziehen.

    In dem Sinne wünsch ich euch viel Spaß bei eurer Art zu Cachen… Und wenn es bedeutet das ich über euer Hobby meckert ;)

  3. baer says:

    Hach, mal wieder ein Blog-Artikel, der mir so richtig aus dem Herzen spricht. Über fast alle der 10 Punkte habe ich mich auch schon hin und wieder auch so richtig aufgeregt.

    Zwei Ausnahmen:

    Obwohl ich ehrliche Kritik sachlich ins Log schreibe, habe ich es anscheinend noch nie geschafft, jemanden so richtig auf den Schlips zu treten (naja, vielleicht einmal). Andererseits ist das auch ein Aufreger: Selbst Kritik ist vielen Ownern mittlerweile schon egal…

    Und was das Listing angeht: Für mich muss ein Listing nicht unbedingt den letzten HTML-Schnickschnack umsetzen (im Gegenteil, dann lässt es sich meistens nicht gut ausdrucken, was mir zumindest bei Multis äußerst wichtig ist) und es muss auch keine Rahmenstory geben, wenn die Location einfach nur prima ist.

    Denn es geht ja eigentlich um die Location und nicht darum, einen uninteressanten Platz mit einer erfundenen Geschichte aufzupimpen…

  4. Da kann man eigentlich nur Qualität und Werte entgegensetzen.
    Werben wir also gemeinsam dafür, dass es sich lohnt, wenn Cacher sich Mühe geben.
    Je mehr mitmachen, desto besser wird es.
    Viele Grüße Sascha / Die Blümchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.